Dienstag, 30. Mai 2017

Mama, die - von einer die auszog ein Mythos zu werden

Ich bin mein eigener Muttermythos. Ich habe nämlich sehr viel Ethos. Leider. Mamaethos. 

Mein eigener Muttermythos geht so:
Ich übernehme Verantwortung für mein Handeln und biete meinen Kindern einen klaren Rahmen für ihre Handlungen, ihr Verhalten, ihre Entwicklung und auch ihre Gefühle.

Konkret heißt das:
Ich bin immer da für meine Kinder. Nicht immer Geduldig, aber immer tröstend, immer Haltgebend, immer liebend.

Das Resultat daraus ist, dass die Kinder mich langsam aber sicher emotional wegkonsumieren. Mehr Mama, mehr Trost, mehr Halt, mehr Nähe. Immer. Tagsüber, nachts, sobald ich verfügbar bin.

Die Strategie ist, den Kindern das Verständnis für Resourcenknappheit zu vermitteln, ihnen zu erklären, was Verschwendung ist. Nicht nur an Gütern. Auch an Mamas Aufmerksamkeit. Dem Geschwisterkampf um meine Liebe mit der klaren Ansage entgegenstehen, dass jeder unumstößlich seinen Teil an Liebe von mir bekommt. Immer.

Die Realität ist, dass ich nachts von einem weinenden Kind zum nächsten kuschel, ohne selbst zu schlafen. Und am Tag, wenn sie nicht da sind versuche ich alles zu erledigen, was zu tun ist. Denn sobald ich die Kinder vom Kindergarten abhole kann ich keinen Handgriff mehr tun. Dann gehöre ich ihnen.

Der Lohn sind lachende, glücklich, starke Kinder. Aber auch kleine Konsumenten. Und Unverständnis von meiner Umwelt. Nicht weil sie mein Verhalten für falsch hielten, sondern weil sie es schlicht nicht verstehen, schlicht die Rolle des Konsumgutes nicht kennen, nur die Rolle des Konsumierenden.

Das Ziel: 
So mit meinen Kräften zu wirtschaften, dass es reicht bis die Kinder groß sind und möglichst an mein Lebensende.
Das schaff ich ganz gut.

Nur in manchen Nächten, da frage ich mich, warum immer alle auf so Firlefanz wie Erziehung, Betreuung und Kleinkruscht rumreiten und warum man nie liest, was Kinder wirklich kosten:

Kinder kosten all deine Gefühle als Mutter, all deine Empathie, all deine Liebe, all deine emotionale Kraft. Und mehr Kinder kosten auch mehr. Von allem.

1 Kommentar:

  1. Ich fand zu dem Thema den Erfahrungsbericht von Lareine von "essential unfairness" fesselnd, in dem sie über die Grenzen ihrer Fähigkeit zu Geben schreibt - und wie ihre Kinder ein "Zuviel" an mütterlicher Hingabe durchaus kritisch sehen konnten; hier der Link, falls es Dich interessiert und Du ihn noch nicht kennst:
    https://essentialunfairness.wordpress.com/category/erziehung-2/

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