Dienstag, 19. Januar 2016

Ich bin die Mami.

Ein Statement, das man auf vielerlei Weise verstehen kann. 

Konkret werde ich aber in diesem Post eine Frage der lieben Christine von Villa Schaukelpferd beantworten. Die wollte nämlich netterweise mehr über mich erfahren und und so stellte sie mir eine nicht ganz unerhebliche, grundlegende Frage: Wie hat dich das Mamasein verändert? Wer bist du mit deinen Kindern und wer bist du ohne deine Kinder?

Ich finde das zuerst mal toll, dass jemand auch mal eine wirklich hintergründige Frage stellt, auf die ich dann auch gerne offen und umfassend antworte.

Also, ich verstehe die Frage so: Wohin hat mich der Weg von der damals ambitionierten Studentin hin zur Frau/Ehefrau/Mutter/Hausfrau/Arbeitnehmerin/Freundin geführt - bis jetzt?

Was mich wohl am meisten verändert hat sind nicht die äußerlichen Sachen oder die Kleinkindsachen wie Schlafmangel, Zeitmangel, Hängebrüste. Vielmehr habe ich mich in einigen Punkten neu kennenlernen dürfen und - wie ich meine - viel über mich und mein Leben lernen können.

1. Ne Menge im Leben ist Einstellungssache.
Ich war ja früher eher jemand mit ner eindeutigen Meinung, durchaus fundiert, aber eben auch gern sehr eindeutig. Niemals würde ich mich in Abhängigkeit zu einem Mann oder Arbeitgeber begeben - ich bin doch nicht blöd! (Jaja, ich lache immernoch.) Beziehung und Familie bedeuten nunmal eine gewisse Abhängigkeit, wenn auch nicht komplett finanziell etc. Ihr kennt das Problem bestimmt. Ehe man sich versieht hat man Verpflichtungen und kommt da nimmer so einfach heraus. Was ich mir damals nicht vorstellen konnte: Ich mach das wirklich gerne! Also nicht den Haushalt und die Wäscheberge, aber dieses Familiending. Das gefällt mir. Hätte ich vorher nie gedacht. Ich hab meine Einstellung zu sehr vielem angepasst: Zeit für Hobbys? Ist halt nicht mit Kleinkindern. Kommt später wieder. Geld? Ist halt nicht mit Kleinkindern. Kommt vielleicht niemehr wieder. Alles richtig machen? Ist halt nicht mit Kleinkindern. Aber es verrät einem auch keiner vorher, dass 5 ne grade Zahl ist…
Mir ist nicht alles egal, aber ich scheine vieles anders zu deklinieren, nicht mehr so eng zu sehn. Diese Eindeutigkeit ist ziemlich schnell verschwunden. 
Mein neues Motto: Solang's allen gut geht, läuft das schon irgendwie, da brauch ich mich nicht aufzuregen. In diesem Sinne ist mein Leben tatsächlich weniger aufregend geworden. Das erspart mir schon mal späteren Bluthochdruck. 

2. Freiheit, Freiheeeeeeiiiiiiheit - ist das einzige was fehlt?
Mein Freiheitsbegriff hat sich komplett verändert. War es früher das typische 'ich kann machen was und wie und wann ich es will', so bedeutet Freiheit heute für mich: Ich werde von meiner Familie geliebt, ohne Einschränkung so wie ich bin. 
Das hat mir ehrlich gesagt neue Dimensionen geöffnet. Denn früher war ich doch auch getrieben. Gute Noten, gute Abschlüsse damit mich Arbeitgeber mögen. Hübsch zurecht gemacht, Idealgewicht, kluge Witze damit mich die Männer mögen. Vorzeigemädchen sein. Ich bin überhaupt nicht so erzogen, aber Schule und Studium und Jungs prägten mich eben doch ziemlich, gaben mir vor, wie ich zu sein habe, damit ich Anerkennung bekomme.

Dann kam die erste Schwangerschaft und obwohl ich nichts an meiner sehr guten Arbeit änderte, nicht weniger, nicht schlechter war - die Anerkennung wurde mir direkt vom ersten Tag abgesprochen. Einfach, weil andere bestimmten, dass sich meine Rolle nun ändert. Ganz ehrlich, das hat mich sehr getroffen. Fortan war ich der Depp vom Dienst. Immer gut, wenn es irgendwas ganz wichtiges und dringendes zuverlässig zu erledigen gibt, immer unsichtbar, wenn's um's Schulterklopfen, Bezahlung oder Vertragsverlängerungen geht. Für mich war die Vereinbarkeit mit Kind(ern) eigentlich nie ein Problem, ich war nie wirklich gestresst. Aber das interessierte niemanden. Chefs und Kollegen verloren ihren absoluten Machtanspruch, weil es da eben abends doch noch eine kleine Göttin neben ihnen gab. Und so verloren sie das Interesse an mir, unabhängig von meinem Engagement.
Da erst merkte ich, dass ich niemals frei gewesen war zu tun, was ich wollte. Ich war lediglich frei gewesen zu tun, was andere von mir wollten, frei der Mensch zu sein, der ihnen ihre Probleme abnahm, frei zu reden, wenn andere ihre gütigen 5 Minuten hatten.
Und heute? Klar, ich kann nimmer einfach ungefragt abends ins Kino. Aber das ist so belanglos für mich. Ich hab Menschen, die mich lieben, die finden, dass ich meine Sache gut mache, die mein Engagement zu schätzen wissen, für die ich essentiell wirklich nicht verzichtbar bin. Und das macht mich froh und dankbar und frei. 
Ich hab wirklich lang gebraucht, das zu kapieren. Ich habe ja auch Eltern, die mich bedingungslos lieben. Ich räumte diesem Umstand nur nie sehr viel Gewicht ein. Die Bewertung von Außen war irgendwie im Vordergrund.
Und das bringt mich zu Punkt Nr….

3. Prioritäten und Wertewandel
Irgendwann war ich diese Schiene reingerutscht, beweisen zu wollen, was für ein kluges, tolles Köpfchen ich doch bin. Ich wollte auf einmal auch so ein Superheld sein. Umgeben von Wissenschaftlern und Helden, und jeder von denen war am klügsten, am tollsten, am erfolgreichsten. 
Das wiederum hat mir das Muttersein sehr gründlich ausgetrieben. Nicht, weil ich in meiner Arbeit nachließ, sondern eben, weil meine Arbeit all die Erfolgreichen nicht mehr interessierte. Nachdem sich einiges in meinem Kopf geordnet hatte, wurde mir klar, dass die Uni der Ort ist, an dem man den klügsten Menschen zuschauen kann, wie sie die dümmsten Sachen machen. Ich lernte echte Genies kennen, die einfach alles drauf zu haben scheinen. Aber das sind vielleicht 3-5% der Wissenschaftler. Der Rest erwies sich als reine Opportunisten, die nehmen was sie kriegen können und es achtlos wegwerfen, wenn es ihnen nicht mehr nützt. Zuerst dachte ich, diese Einstellung sei meiner Enttäuschung geschuldet, aber die Frage lies mich nicht los. Das Ergebnis? Ich selbst stand auf einmal vor der Frage: Was ist dir wichtiger - Mensch oder Erfolg?
Und ich musste gar nicht über die Antwort nachdenken. Sie kam einfach so. Ich bin kein Genie. Und ich bin kein Opportunist. Ich bin kein Arschloch und kann es nicht sein und ich will es nicht sein und ich erlebe selber, wie scheiße es ist mit solchen Menschen zu tun zu haben.
Ich mache nun meine Arbeit gut und gerne und bin's zufrieden. Die Welt retten werd ich damit wohl nicht. Bewundert werd ich dafür auch nicht. Aber das ist mir auch kein Anliegen mehr. Ich bin endlich den Maßstab losgeworden, von der Meinung und Bewertung anderer abhängig zu sein. Ich war davor ehrgeizig. Jetzt bin ich besonnen. Diskriminierung als Chance menschlicher zu werden und zu lächeln...
Zudem rückten andere Dinge in den Vordergrund. Gesundheit zum Beispiel. Heute sorge ich mich, ob alle gesund sind und es hoffentlich auch bleiben. Und ob alle abends zufrieden einschlafen, damit keiner etwas Unausgesprochenes auf dem Herzen hat.

4. Meine Familie
Da ich aber nun weder faul noch oberflächlich bin, hab ich die letzten Jahre auf durchaus eigenwillige Weise meine Energie in die Vertiefung eines anderes Themas gesteckt. Bei uns zu Hause herrscht die totale Auseinandersetzung - miteinander. Die echte Identifikation mit dieser Familie, meinen Mann bis in die Tiefe seiner Träume kennen zu lernen, meine Kinder in- und auswendig zu kennen, was sie fühlen, wie sie denken, jeden Blick deuten zu können. Und gleichzeitig genau mit dem gleichen Interesse von ihnen betrachtet zu werden - das gab es in meinem Leben früher nicht. Diese Offenheit, ohne Angst, ohne Zweifel zu fragen, wer ich bin und wer sie sind. Eben das würde ich als 'Blut ist dicker als Wasser.' bezeichnen. Klar müssen meine Kinder nicht Verantwortung für mich tragen, aber doch trägt jeder soviel er nur kann. Keiner wird allein gelassen, keiner ist weniger wert, keiner wird vor die Tür gestellt - auch wenn er motzig drauf ist, keiner wird abgemahnt oder bestraft. 

Wie mich das Muttersein verändert hat? Ich habe diesen einen Platz gefunden, wo ich hin gehöre. Lässt man mal die Schwangerschaftsbeschwerden, die alltäglichen Unbequemlichkeiten und die Wutanfälle beiseite, so erlebe ich Muttersein als durchweg positiv und bereichernd und sinnstiftend. Diese Kleinigkeiten vergehen wieder. Sie sind halt da zu Beginn und verfliegen mit dem Selbstständigwerden der Kinder. Aber die Kinder verfliegen nicht. 

All das hält mich nicht von früher Fremdbetreuung, Arbeit oder Träumen nach erholsamen Urlauben ab. Doch ich sehe an meinen Eltern, dass die Zeit dafür wieder kommt, so man gesund bleibt. Aber so generell, dieses Gefühl hier und jetzt am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun als Mensch und Mutter und Ehefrau, das nimmt mir niemand. Für mich ist die Frage unbedeutend, ob ich meine Kinder so oder so erziehe. Sie wissen, dass sie ein Teil von mir sind und ich bin ein Teil von ihnen und es geht uns gut. Diese Erkenntnis hat alle anderen Sorgen vertrieben. 

Ich weiß wohl, dass andere Eltern das anders sehen werden. Ich möchte nicht alles schön reden. Aber mich ganz persönlich haben meine Kinder mit der Welt versöhnt. Ich habe den Wert meiner Familie erkannt und sie eröffnet mir persönlich eine glückliche Zukunft. Das schließt den Trüffel und meine Eltern und Großeltern mit ein. Ich bin nun nicht mehr einsam und sorge mich vor der Zukunft. Was auch kommt, wir machen das gemeinsam.


Also Christine, ich hoffe Dir gefällt die Antwort auf meine Frage. Ich danke Dir für diese Idee und diese Frage, denn sonst hätte ich diesen Text wahrscheinlich nie geschrieben.

Solltet Ihr anderen da draußen auch eine Frage an mich haben, schickt sie mir per Mail (Impressum). Ich würde mich freuen...

Freitag, 8. Januar 2016

Mutter vs. Kind

Jaaa, der Titel ist natürlich reißerisch und auch überspitzt, aber im Grunde fasst er schon zusammen, worüber ich schreiben möchte.

Wobei und wann geht's um die Mutter und wann um's Kind?
Wer von beiden ist wann wichtiger, wessen Gesundheit hat wann Priorität und wessen Bedürfnisse sind wann wichtiger?

Natürlich ist das alles immer Situationsbedingt zu entscheiden - obwohl, über das 'immer' sollte man vielleicht mal streiten. Denn wie ich häufiger schreibe, liegt mir der Fokus deutlich viel zu stark auf dem Baby/Kind.

Immer wieder lese ich über die Opferbereitschaft von Müttern und die Bedürfnisorientierung am Kind. Wenn man Glück hat, wird noch halbwegs versucht nicht mit Ideologien, sondern Bindungsstudien zu argumentieren. Komplett ignoriert wird aber, dass diese Art Studien selten nachweisen, dass eine Methode ganz 'schädlich' wäre, sondern vielmehr untersuchen, welche positiven Effekte eine Methode unter gewissen Umständen haben kann (man schicke mir bitte ausgewogene Bindungsstudien zu, die konkrete negative Effekte einer gesetzlich zulässigen Erziehungsmethode nachweisen). 

Die konkrete Gesundheitsgefährdung von Ferbern z.B. kann und oder will wohl niemand wirklich nachweisen. Aber wir sind uns alle einig, dass es gaaaanz sicher gaaaaanz schlimm ist. Nur, das ist die Meinung des Erwachsenen. Wie die Kinder das wirklich sehen ist eine ganz andere Sache. Es ist noch nichtmal die Meinung des Erwachsenen, sondern eine 'gefühlte Wahrheit', aus der der Erwachsene eine scheinbar sichere Meinung ableitet.

Komplett ignoriert wird in den 'DOs & DON'Ts' der Mutterschaft auch so etwas lapidares wie Persönlichkeitsrechte, Menschenrechte (es sei denn es geht um die Unversehrtheit des Kindes), kulturelle Unterschiede oder der Gesundheitszustand der Eltern. Ebenso wird die Genetik, die zum größten Teil die Persönlichkeit (ich meine nicht die Ausprägung der genetischen Disposition) genetisch determiniert, völlig ignoriert. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Mensch wirklich anders wär, als das Ideal und dann auch noch Grundrechte hätte, die gewahrt werden müssen, auch wenn unsere gefühlte Wahrheit Alarm schlägt?

Diese Ignoranz ist jedoch nicht einfach den Menschen zuzuschreiben, die nur geringe Bildung genossen haben, traumarisiert sind, aus unterdrückerischen Kulturen stammen oder dem falschen Geschlecht angehören. Es gilt für alle, die den Unterschied zwischen Ideal und Ideologie nicht kennen. Auch für die typisch deutsche weiße hetero Mutti mit Hochschulabschluss. Das darf man nie vergessen.

Natürlich provoziert diese Zuspitzung, die ich da mache. Aber die Aussage ist klar: Die Aufstellung und Durchsetzung von Regeln ist nicht von der Regel selbst und nur mäßig von den gemaßregelten Personen abhängig, sondern von den Machtverhältnissen, in denen diese Regeln ersonnen, kommuniziert und Regelverstösse bestraft werden. Einfacher gesagt: Bei den DOs & DON'Ts geht es primär nicht um die Sorge um jemanden, sondern um die Machtverhältnisse der beteiligten Personen. Darum wird ja um jeden Kram so erbittert gekämpft - und sei das Thema noch so belanglos.

Zwischen Eltern und Kinder sind die Machtverhältnisse eigentlich recht einfach definiert: Der Elter hat Macht über das Kind. Das ist so, das muss auch so bleiben, denn kein Kind der Welt kann ohne jahrzehntelange Übung einschätzen, welches Verhalten wann sinnvoll ist. Je komplexer die Kausalzusammenhänge, desto mehr müssen die Erwachsenen bestimmen. Bei einfachen Zusammenhängen, wie müde-schlafen, hunger-essen können die Kinder schon recht gut mitmachen. Dennoch sollte der Erwachsene auch ein Auge darauf haben, was das Kind isst etc.

Ist das Baby zwar schon irgendwie vorhanden, aber noch nicht geboren, so liegt das Bestimmungsrecht zu 100% bei der Mutter. In der Schwangerschaft kommen noch spezielle Umstände hinzu. Denn das Baby hat keine Persönlichkeitsrechte solange es im Bauch ist. Bis 500g wird es noch nichtmal als Mensch mit grundlegenden Menschenrechten angesehen. Und das macht auch Sinn, denn alles was das Kind betrifft läuft automatisch über die Mutter. Und die hat auch in der Schwangerschaft alle Grundrechte, die jedem anderen in unserer Gesellschaft auch zustehen. Sie hat zwar auch eine Verantwortung dem Baby gegenüber, aber wie die konkret aussieht ist nicht definiert, nicht einklagbar, nicht erzwingbar und die Mutter kann und darf auch nicht bestraft werden, sollte sie diese Verantwortung nicht normgerecht umsetzen.

Konkret heißt das: Wenn ich als Schwangere entscheide eine Zigarette zu rauchen und dazu ein Bier zu trinken - dann darf ich das. Niemand kann mir das verbieten. Andere dürfen das Scheiße finden, mich aufklären, aber machen kann da keiner was. Und noch besser: Auch wenn jemand mein Verhalten scheiße findet, so ist er doch sehr gut beraten meine Persönlichkeitsrechte auch noch zu verteidigen. 

Hier trennt sich nun endgültig die Spreu vom Weizen. Wie viele Menschen kennt ihr, die hier noch voller Überzeugung differenzieren? Ich muss gestehen, ich kenne nur wenige. Und ich bedaure das sehr. 

Ich kenne auch nur wenige, die bei ihrem Arzt mal wirklich nachgefragt haben, wie denn die konkreten Zahlen der Gesundheitsschäden Neugeborener bei Nikotin- und z.B. Alkoholkonsum in der Schwangerschaft aussehen. Wer die Zahlen liest muss nämlich auch die Zahl der Babys beachten, die keine nachweisbaren Schäden davontragen. Medizinische Studien arbeiten ja ausschließlich mit Wahrscheinlichkeiten, nicht mit absoluten Wahrheiten. 
Um das mal am Beispiel Alkohol festzumachen: Von 700.000 Neugeborenen jährlich, tragen ca. 6000-6500 Schäden davon, die durch das Fetale Alkoholsyndrom beschrieben werden. Die Ausprägung ist unterschiedlich. So zeigen nur etwa 3 von 100 Kindern das volle FAS. Wir reden hier also von ca. 1% der Neugeborenen mit schwachen bis starken Symptomen. Dem gegenüber steht eine Angabe, dass 35 bis über 50% der Schwangeren Alkohol konsumiert haben. Die Zahlen sind nicht ganz frisch und die Angaben der Schwangeren, sowie die konkreten Auswirkungen der Individuen bleiben eher wage, aber generell ist der Kausalzusammenhang doch eher so zu verstehen: Eine Alkoholikerin bringt mit höherer Wahrscheinlichkeit ein krankes Kind zu Welt, als eine Gelegenheitstrinkerin. Studien, die die Auswirkung von Ethanol auf Zellkulturen darstellen sind in dieser Hinsicht eher vernachlässigbar, weil die Übertragbarkeit komplett fehlt. Studien an Nagern und Primaten sind als Hinweis hilfreich, aber können die menschliche Lebenswirklichkeit und die Reaktion des Organismus nur teilweise darstellen (und betrachtenden ausschließlich physiologische Parameter).
Es bleibt also schwierig. Es gibt keine genauen Zahlen, wie krank was genau macht, wie die Schäden bei welcher Dosis ausschauen etc. Im Grunde ist das Motto: Nix Genaues weiß man nicht und im Zweifelsfall ist jedes kranke Kind eines zuviel. 

Da stimme ich durchaus zu, die Frage aber bleibt bestehen: Was wird wie stark gewichtet: Die mehr oder minder gut bekannte Wahrscheinlichkeit für oder gegen die kindliche Gesundheit, oder die Persönlichkeitsrechte der betroffenen mündigen Frau?

Ich stelle die Tendenz fest, dass lieber mit selten konkret genannten Wahrscheinlichkeiten argumentiert wird, denn mit Grundrechten. Es gilt zunehmend: Prävention vor Recht. Und das macht mir große Sorgen. Denn unsere Freiheitsrechte sind eigentlich unveräußerlich und sollten das auch bleiben. Vor allem, weil Prävention niemals eine konkrete medizinische Indikation hat. Und nur nebenbei, nicht nur in der Gesundheitspolitik, sondern auch z.B. in der Sicherheitspolitik geht der Trend klar zu Sicherheit vor Freiheit. Das Unschöne ist, dass uns die Argumentation 'erst schießen, dann fragen' zwar suspekt ist, wir sie aber dulden und vielfach noch lautstark einfordern aufgrund der oben genannten gefühlten Wahrheiten. Selbst wenn die Zahlen keinen Grund zur Besorgnis bestätigen.

Dieser Kampf mit der gefühlten Wahrheit macht auch jeder Mutter zu schaffen, denn das Thema Erziehung ist ein Paradebeispiel. Hier gilt in besonderem Maße: nix Genaues weiß man nicht. 
Man hat wohl so Manches unter bestimmten Bedingungen herausgefunden, aber das liefert natürlich kaum konkrete Ergebnisse über die Entwicklung der menschlichen Psyche. Im Gegensatz dazu 'wissen' Millionen Mütter im Land, was richtig und was falsch ist, zumindest in dieser oder jener Situation und auf jeden Fall für ihr Kind… Und dann kommt da noch das leidige Thema Verunsicherung und Suche nach Bestätigung dazu und schon haben wir einen leckeren Eintopf voller individueller Halbwahrheiten und Heuristiken, die an den Mann bzw. die nächste Mutter gebracht werden wollen. 
Frei nach dem Motto: Du hast so lange recht, wie du dich an meine Wahrheit hälst. 

Was macht man mit so einem Dilemma? Heulen? Rückzug? Präventivschlag?

Tja. 

Ich für mich hab eine Entscheidung getroffen und kann auch locker dazu stehen. Bedürfnisse und Gesundheit des Kindes ja - solange meine Bedürfnisse und Gesundheit nicht gefährdet sind. 

Ein schönes Beispiel war das Abstillen von T2. Als es mir zu blöd wurde, ich nur noch krank war, müde und auch keine Lust mehr hatte, hab ich es erst mit sukzessivem Abstillen versucht. Darauf wollte die Dame nicht eingehen. Also hab ich hab ich die Friss-oder-Stirb-Methode genommen: Flasche oder keine Milch. Ja, sie hat stundenlang geschrien, als würde man sie abschlachten, sie ist ja auch ein sturer Bock. Aber sie hat meine Stillweigerung schlucken müssen. Also hat sie das dann auch getan. Hat ihr das geschadet? Kann ich natürlich nicht mit Zahlen belegen, aber augenscheinlich erstmal nicht. Hätte mir das Weiterstillen geschadet? Ja.

Es ist alles ein Kompromiss. Ich würde mein Kind nie hungern lassen oder ihm die Milch verweigern. Aber wenn ich entscheide, dass meine Brüste nun ihre Ruhe wollen, dann frag ich das Kind auch nicht, ob ihm das denn genehm wäre. Sind ja meine Brüste, nicht ihre. 

Zu solchen Konfrontationen kam es bei jedem Kind schon, ich scheue diese auch nicht und wenn's nicht im 'Guten' (also auf nem langsamen, dem Kind angepassten Weg) funktioniert, dann entscheide ich und setzt das auch durch. Einfach so, weil ich die Mutter bin und das kann. 

Und da wären wir wieder beim Machtaspekt. Ja, den gibt es, der kann auch eingesetzt werden, wenn es Sinn macht. In der Familie sollte auch ein Machtgefälle von Eltern zu Kind bestehen, dass sich mit den Jahren angleicht. Allerdings besteht nunmal überhaupt gar kein Machtgefälle von Mutter zu Mutter in Bezug auf Kindererziehung. Darum ist Verurteilung - oder schlimmer - Verunglimpfung schlicht verboten. Der Staat kann mir etwas verbieten, z.B. das Schlagen. Aber der Staat ist in gleichem Maße auch verpflichtet meine Grundrechte zu schützen. Und das tut er auch, denn er funktioniert eben nicht hauptsächlich über gefühlte Wahrheiten und er ist auch in der Lage, auf Wissensänderungen adäquat zu reagieren. Einzelpersonen sind das natürlich auch, aber nur wenn sie wollen und müssen und überhaupt die nötige geistige Reife und Lust dazu haben.

Die DOs & DON'Ts dienen in meinen Augen vor allem dem Aufbau eines künstlichen Machtgefälles und entmündigen des vermeintlich Rangniederen. Das gefällt mir nicht und ich wünsche mir, dass meine Mitmenschen möglichst vor solchen Entmündigungen verschont bleiben mögen. Daran sollten wir alle aktiv arbeiten. Denn meine Freiheit ist im Zweifelsfall nämlich auch Deine Freiheit und die Deiner Kinder und die liegt Dir doch auch am Herzen, oder?

Und über die genetische Disposition eines Menschen bezüglich seiner Persönlichkeit und Psyche haben wir jetzt noch gar nicht geredet. Das ist aber auch ein recht großes Thema für sich und einen eigenen Post wert.

Die Zahlen und Ergebnisse über FAS in Deutschland sind nachzulesen in der JUWELA-Studie und beim Vorreiter des entsprechenden Forschungszweiges R. Feldmann

Donnerstag, 7. Januar 2016

Have Fun!

Jetzt wird's persönlich. Ich plaudere heute mal aus dem Nähkästchen…

Es fing an bei T1, dass ich im Laden mit 'Probieren Sie mal das, das macht einen sexy schwangeren Bauch.' angesprochen wurde. Das setzte sich fort über Frauen, die in der Schwangerschaft mehr Lust verspüren und ständig rattig sind, Spitzenunterwäsche für Schwangere, einen sexy flachen postnatalen Körper blablabla…
Dazu noch die ganzen Ratgeber, wie man nach der ersten Babyzeit möglichst schnell und durchtrainiert dem Mann ein paar schöne Stunden bereitet - sonst läuft er noch davon. Dann das Thema: Kind, Job und doch ein Paar bleiben und sich unbedingt Zeit nehmen für ein paar gemeinsame Stunden! Sonst ist die Ehe futsch!

Also, mich nervt das tierisch. Und ich sag euch warum:
Jeder kann und darf Sex haben mit wem und soviel er/sie will. Ist mir völlig egal. Nur, lasst mich in Ruhe mit dem Scheiß!

Es drängt sich mir der Gedanke auf, dass Sex immer eine zentrale Rolle spielen muss. Und das tut es eben nicht. Jedenfalls bei mir nicht. Das muss es nicht, wenn ich das nicht will. 

Die Gründe dafür sind ganz einfach. Klar hat man mit Kind weniger Zeit für den Partner, weniger Mußestunden und ist allzu oft zu müde für Zweisamkeit. Jaja, aber davon abgesehen klingt dieses 'Sex ist soooo wichtig' komplett falsch in meinen Ohren.

Ich gehöre zu den Schwangeren, die zwar das Baby im Bauch mögen, aber sich dennoch fühlen, als habe ein Alien Besitz von ihnen ergriffen. Ich bin eine Brutmaschine, mein Kreislauf spielt verrückt, meine Hormone, mein Rücken tut weh, Sodbrennen, Kotzen, Harndrang. Nein, es fühlt sich nicht so an, wie ich meinen Körper für 28 Jahre gewohnt war. Ich hatte meinen Körper für mich ganz allein.

Alle Frauen schreien immer 'Keiner darf dich anfassen, wenn du es nicht willst!' Jaja. Und dann wirst du schwanger, weil man Babys nicht auf Amazon bestellen kann und zack, musst du happy sein, deinen Körper mit nem wildfremden Menschen zu teilen, der dir auch noch an die Kraftreserven geht. Ja, das ist soweit ok, aber dennoch nicht zu unterschätzen. 

Und ja, zum schwanger werden braucht's im Allgemeinen nen Mann. Und dem soll ich nun auch noch zur Verfügung stehen, damit er mir nicht davon läuft? Was ist denn das bitte für ein beschissenes Frauenbild Menschenbild, was mir da vorgesetzt wird? 

Für Frauen, die das wollen - super. Für mich: NEVER EVER!
Ich kämpfe bereits damit, dass sich jemand durch meine Eingeweide wühlt. So schön es ist, es entfremdet mir meinen Körper. Ich bin nicht mehr ganz darin daheim. Und ich weiß, dass mein Körper auch vermeintlich sehr deutlich gegen meinen eigenen Willen arbeiten kann. Diese furchtbare Übelkeit, Geburtsschmerzen - ich will das nicht! Wenn ich nicht ein Baby dafür bekommen würde, würde ich mir das nie freiwillig antun! 
Und ja, da ich dann stille, ist mit der Geburt der Spuk noch lange nicht vorbei. Ich werde vom Brutkasten zur Milchbar - rund um die Uhr geöffnet. 

All das mache ich danke der Hormone wirklich gerne. Dennoch, dieser Punkt, an dem man sich sehnlichst seinen Körper für sich ganz allein wünscht, der kommt. Und zwar mit voller Wucht. Und erst dann kann ich langsam Frieden schließen mit all den Veränderungen, die ich durchgemacht haben werde. 
Ich habe schon mehrfach darüber geschrieben, wie intensiv alles mit jeder Schwangerschaft wurde, wie sich mein Körpergefühl verändert, wie ich auch kurzsichtiger werde. Kein Thema, muss ich lernen mit umzugehen… Aber ich habe verdammt nochmal keine Lust mich zusätzlich noch zu sorgen, ob mein Mann mich sexy findet, ob wir oft genug miteinander schlafen, oder gar wie mich andere Männer finden! 
Ich hab echt genug mit mir zu kämpfen. Ich will keine sexy Schwangere sein! Ich will mich wohl fühlen, so gut es in dieser Situation geht. Ich will nicht Sex haben, damit mein Mann bei mir bleibt! Er hat bald vier verdammt gute Gründe Teil dieser Familie zu bleiben! Erpressung soll nicht dazu gehören.

Ich hab ihm versucht das Gefühl zu erklären, seinen Körper teilen zu müssen - für Jahre. Auch wenn er das nur bedingt nachvollziehen kann, sagt er 'Ok, wenn es sich für dich so anfühlt. Dann massier ich dir wenigstens die schmerzenden Füße.' 

Zudem muss ich sagen: gerade während der Schwangerschaft ist Sex für mich auch körperlich unangenehm. Die sehr starke Durchblutung und das intensivere Körpergefühl machen mich sehr empfindlich. Ein Orgasmus bewirkt bei mir kein Glücksgefühl, sondern lässt meine Gebärmutter minutenlang steinhart werden, was ernsthaft Schmerzen verursacht. Ich kann so schon nicht in jeder Position liegen/sitzen/stehen dank des Bauches und der Rückenschmerzen. Es passt mir einfach nicht!

Und so bedeutet Schwangerschaft für mich vor allem Rückzug. Rückzug in die letzten Winkel meines Körper, die ich noch für mich zu haben scheine. Rückzug vor den Blicken anderer. Ich will nicht, dass mir andere auf mein vergrößertes Dekollté glotzen und sich irgendwas dabei denken. Ich bin schwanger verdammt! Ich will nicht attraktiv sein. Ich hab doch schon einen gefunden, der mich geschwängert hat. Auftrag erfüllt meine Herren! Ich will meine Ruhe. So einfach. Kein sexy Stillkleidchen, kein Bauch-Beine-Po-Training, kein Schwangerschaftshormonesuperlibidogedönse. Kein Überschminken der Augenringe damit mich andere für fit halten. 

Später wieder. Irgendwann vielleicht. Oder auch nicht. Bis dahin will ich meine Ruhe haben. Die Organe und Knochen in meinem Körper neu sortieren und damit klar kommen, dass ich mir in kurzer Zeit viele Schwangerschaften zugemutet habe. Ich will mich wieder wohl und zuhause fühlen in meinem Körper. Ich ganz allein. 

Und ja, so blöd das klingt, der Trüffel muss da einfach mitspielen. Denn die Kinder hab nicht ich vom Himmel gezaubert. Die haben wir jedesmal beide bewusst geplant und 'gemacht'. Und er sieht, wie ich damit am Kämpfen bin und dass ich meine Sache ja super mache. Kommen ja keine durch meine Schuld kranke Kinder zu Welt, die dann lieblos von mir aufgezogen werden. Der Trüffel sieht das und lässt mir alle Zeit der Welt. Denn Familienzeit ist eben nicht die Zeit, in der man frisch verliebt gar nicht mehr aus dem Bett kommt. Famillienzeit ist Zeit der Gemeinsamkeit, nicht vordergründig der sexuellen Befriedigung. 

Wenn man das also jedes Paar so regeln lassen könnte, wie es das für richtig hält. Bitte. Danke.

Mittwoch, 6. Januar 2016

heavily used im Hause Rosalie und Trüffel

Nun gibt's den Blog ja auch schon einige Jahre und so langsam kann ich Bilanz ziehen. Nicht vom Blog, sondern von dem Kram, den wir für die Kinder hier haben.

Was waren unsere meist benutzten Produkte - Dinge auf die ich nicht verzichten will - und die sich als Dauerbrenner erwiesen haben?

Fangen wir mal vorne an:

1. Schwangerschaftsmode
Für mich ein Muss. Neben den BHs sind meine große Liebe die Umstands-/Stillschlafanzüge von VIPmama. Material genial, seit 2011 permanent getragen. Ok, ich geb zu, ich hab mittlerweile den 3., einer ist total durchlöchert und aufgelöst und einer nicht mehr ganz frisch, aber als Ersatz noch gut. Die Dinger sind klasse, extrem bequem, hübsch, super im Schnitt - auch für etwas stabilere Damen - und nicht so teuer. Vor allem, wer nach der Geburt im KH bleiben möchte, sollte sich sowas zulegen, sonst sitzt man mal schnell halb nackt vor der Besuchsfamilie der Zimmergenossin…

2. Billy
Ja, liebe Mütter, steinigt mich, ich bin der praktische Typ. Wir haben kein süß eingerichtetes Kinderzimmer mit rosa Tapete, weißen Echtholzmöbeln und passendem Krabbelteppich. Wir haben Stückwerk, alles robust, geschickt und so manches von Ikea. Beim Kleiderschrank hat sich eine Variante als äußerst sinnvoll erwiesen. Wie ich mich die ersten Monate mit Kind ärgerte, dass der 'normale' Kleiderschrank so eine bescheuerte Tiefe hatte, hab ich dann ein Billy-Regal gekauft und die passenden Türen vorgeschraubt. Die Tiefe des Regal mit 30cm ist ideal für zusammengelegte Kinderkleider (Kinderzeugs auf Bügel zu hängen kommt mir sowieso absurd vor), man hat alle Teile auf einen Blick, mit einem Handgriff, kann so viele Einlegeböden nehmen, wie man will und braucht, den Platz optimal ausnutzen, gibt wenig Geld aus und kann sich sicher sein - Ersatz gibt es immer! 

Wir haben auch viele Billys als Spielzeug-/Bücherregale. Aber als Kleiderschrank für die Kinder ist das Teil echt PERFEKT! Im Übrigen, rein für Kinderkleider kriegt man da in so nen großen Billy locker 3 Kinder verschiedenen Alters unter. Und wir haben wirklich viele Kleider...

3. Tobeecke
Ich legte mich mit T1 im Bauch darnieder und krach - der MALM brach zusammen. Nein, ich war nicht so dick damals aber die Schweden haben eben nur eine begrenzte Halbwertszeit. Jedenfalls das Bett kam weg, der Lattenrost und die Matratze kamen auf den Boden ins Kinderzimmer. Noch ein paar Kissen und dünne Matratzen an den Wänden - fertig ist die Kuschel-Tobe-Lese-Hüpf-Spieleecke. Mal das Baby kurz ablegen? Einfach auf die Matratze. Da kann's auch gleich einschlafen…
Ist zwar in keinem Kinderzimmerdesign vorgesehen, aber perfekt ist es trotzdem. Bei uns spielt sich 85% des Spielens / Anziehens / Wickelns / Lesen auf dieser Matratze ab. Wir überlegen da noch ne Sprossenwand zu installieren. An der Decke darüber ist ein großer Haken für Babyhängematte/Schaukel etc. So einfach und so gut. Und ideal zum Höhlen bauen.

4. Fläschchen
Wir haben die ganz normalen einfachen AVENT Flaschen von Philipps. Seit fast 5 Jahren im Dauereinsatz, mit verschiedenen Saugern für Milch und Wasser und den einfachen Haltegriffen. Bei T1 hab ich die ganz am Anfang ausgekocht, Sterilisator haben wir keinen, dann haben wir aber bald ne große Menge in allen Größen gekauft und machen seither wöchentlich eine Fläschchenspülmaschine (ohne aufwendiges Vorspülen). Die Körbchen von Nûby sind da ganz hilfreich und empfehlenswert. Nein, wir hatten nie ein Bakterienproblem - auch bei Neugeborenen nicht, mein einziges Zugeständnis ist eine niedrige Klarspülerdosierung. Auch die Flaschendichtungen halten ewig. Was soll ich sagen, das Zeug würde auch noch 3 weitere Kinder überstehen. Ich nehme die Flaschen auch heute täglich für unterwegs, beim Milchtrinken im Bett/Vorlesen und Kakaotrinken im Auto für beide Kinder.

5. Bakterien
Ja, hier kommt eine Empfehlung für Bakterien. Der Trick ist ja, man braucht die richtigen davon. Flaschennahrung gibt's bei uns nur mit zugesetzten Milchsäurebakterien in der Pre-/1er-Milch. Der Grund? Simple Mathematik. Durch das Wachstum der Milchsäurebakterien können keine Bakterien wachsen, die die Milch verderben. Angemacht mit abkochten Leitungswasser bedeutet das, ein Fläschchen hält mindestens 10 Stunden frisch bei Raumtemperatur. 
Ich hab selbst für Neugeborene noch nie mitten in der Nacht ein Fläschchen frisch gemacht. Und ich hab bei Säuglingen stets eines in der Tasche, dass ich bei akutem Hunger im Auto, Kinderwagen, ÖV oder sonst verfüttere, wenn Stillen grad ungeschickt ist.
Selbst nach 24 Stunden ist die Milch nicht verdorben…

6. Licht
Nein, jetzt kommt nicht mein favorisiertes Nachtlicht. Jetzt kommt unsere all-day-Kinderzimmerbeleuchtung. Sie besteht aus 2 bunten Weihnachtslichterketten, die in beliebigem Muster im Kinderzimmer an der Decke aufgehangen werden. Babys lieben es nach den bunten Lichtern zu schauen, auch wenn sie sie noch nicht richtig sehen. Ist wie Beschäftigungstherapie. Ansonsten schenkt das bunte Licht eine ruhige, schöne Atmosphäre, ist hell genug zum An-/Ausziehen und es macht das Kinderzimmer zur ganzjährigen Spielehöhle.


7. LACK
Ihr kennt diese kleinen Ikea-Tischchen um 5 Euro? Die meine ich. Stehen bei uns überall in der Wohnung in klein, lang, breit, schmal… Das sind unsere Kindertische, mit Knete oder als Maltisch, oder für Spiele etc. Ich räum die Dinger eigentlich nie sauber, die Kinder setzen sich einfach nach Lust und Laune daran und werkeln vor sich hin. Sie können die Tische auch anmalen, verkratzen, daraufklettern - die sind stabiler als diese normalen Kindertischchen von Ikea.






Was seit den Kinder auch im regen Gebrauch ist: Nähmaschine und Nähzeugs. Ja, ich stopfe sogar Strumpfhosen. Ich nähe auch einfach Sachen für die Kinder selber, wie Hosen, Shirts oder Kleidchen. Den Rest an Jacken etc. kauf ich bei Jako-o oder BMS
Warum ich nähe? Nun, zum einen kriegen diese Kinder einfach alles kaputt und ich hab mich irgendwann entschlossen, nicht immer nur wegzuwerfen, sondern konsequent zu flicken. Und da ich noch nie C&A oder H&M-Fan war und mir teure Verbaudet-/Mini Boden-Sachen nicht leisten kann für mehrere Kinder,nähe ich selbst. Die Stoffe sind sehr gut, die Kleidung schön bunt, nicht auf Modetrend gemacht und praktisch und dem Kindesalter angepasst und vor allem PASSEND. Kein Glitzer-Kinderhüfthöschen mit Ponys, aber rote Cord-Pumphosen ohne Knöpfe am Bauch sind auch für Anfänger kein Problem. Dann hab ich wenigstens das genäht und nicht eine 8jährige in Bangladesh für nen Hungerlohn. Mich reut es auch nicht, wenn da bleibende Flecken drauf sind oder Löcher. Ich werd da auch nie professionell drin sein, den Kleidern sieht man zumindest von innen an, dass sie selbstgemacht sind. Aber noch sind die Kinder klein, da ist das wurscht. Die Textilindustrie gehört zu den ganz großen Zerstörern auf unserem Planeten, also sitze ich oft abends am Tisch und versuche es im ganz kleinen Rahmen etwas besser zu machen, solange mich die Kinder lassen.

Was sind eure Utensilien, die ihr rund um die Uhr in Gebrauch habt mit den Kindern?