Montag, 28. September 2015

ElternRat Familienbett

Ich habe zwar bereits einiges dazu geschrieben, aber da ich die Idee eines ElternRats gut finde, fasse ich hier noch mal unsere Situation zusammen.

Wir haben ein Familienbett und wir haben uns nie Gedanken darüber gemacht. Warum? Weil wir bei der ersten Schwangerschaft nicht in eine größere Wohnung gezogen sind. Wir hatten keinen Platz, kein Kinderzimmer übrig und auch kein Geld einem Baby ein Kinderzimmer zu kredenzen. Also war klar, das Kinderbettchen steht im Schlafzimmer. Sinniger Weise suchten wir ein Kinderbettchen, das man als einzelnes Bett und als Beistellbett verwenden kann. Darin schliefen bisher alle unsere Kinder mehr oder weniger, je nach Alter. 

Ich habe nie darüber nachgedacht, ob man das ändern könnte, denn ich bin genauso aufgewachsen. Mein Kinderbettchen stand im Elternschlafzimmer, bis wir in eine größere Wohnung zogen - da war ich schon in der Schule. Es ist nunmal nicht naturgegeben, dass kleine Kinder oder gar Babys ein eigenes Zimmer bekommen (wozu eigentlich?) und die Eltern nur dafür eine Wohnung mieten/kaufen, die sie sich nicht leisten können.
Ich möchte das nur mal so erwähnen, denn es ist bei Weitem kein Einzelfall. Im Gegenteil, wer zur Familiengründung in ein Häuschen mit allerlei Platz für Kinder ziehen kann, lebt im Luxus. Es ist eine neuzeitliche Angewohnheit, die schätzungsweise 6-7 Milliarden Menschen auch heutzutage verwehrt bleibt. Darüber darf man ruhig auch mal nachdenken. Die Frage, was denn aus pädagogischen Gründen schöner für's Kind ist - Familienbett ja oder nein - stellt sich eigentlich nur einer verschwindend kleinen Elite. Der Rest muss schauen wie er auf den paar qm, die er teuer mietet/kauft, zurecht kommt. 

Wir haben nun eine größere Wohnung und immer noch ein Familienbett. Warum? Nicht aus Überzeugung, sondern aus Bequemlichkeit. Die Kinder kommen eh zu Mama und Papa ins Bett bis sie schon sehr groß sind. Nennt sich Familie. Hab ich bei meinen Eltern auch gemacht und die Leser bei ihren sicherlich auch. Also haben wir, statt in Kinderzimmer und Stockbetten, in ein 180 cm Bett (genau das gleiche Modell, wie unser Ehebett) investiert, 'Kinderbett' und 'Ehebett' zusammengeschraubt und nun eine riesige Liegefläche. Rückt einem ein Kind auf die Pelle, so nimmt man seine Decke und sucht auf der 4m Liegefläche ein anderes freies Plätzchen. Oder man rollt das Kind dem Ehegatten hin. Soll der sich doch drum kümmern. 

Wir hatten nie durchwachte Nächte. Die Kinder schlafen super in dieser Konstellation. Beim Zahnen/Erkältung etc. sind sie einfach zu beruhigen. Wer grad aufwacht, der beruhigt das Kind eben. Zum Baby stillen ist das Familienbett eh am einfachsten. Ich hab jahrelang die Kinder nur angedockt und weiter geschlafen.

Wir machen das aus Faulheit. Ich brauch nämlich auch meinen Schlaf und hab total keinen Bock nachts unter meiner Bettdecke hervorzukriechen, weil ein Kind weint. 

Sollten die Kinder je den Wunsch äußern, ein eigenes Bett zu wollen, bekommen sie dieses. Ich schätze, das wird irgendwann in der Grundschule der Fall sein. Wir haben ja jetzt ein Kinderzimmer. Das ist allerdings ein Spielzimmer, kein Schlafzimmer, und vielleicht wird da mal ein Bett drin stehen. Jedenfalls wird auch dann nicht jedes Kind sein Zimmerchen bekommen, sondern alle Kinder werden in ein Doppelbett verfrachtet. Die sind ja eh gewohnt miteinander in einem Bett zu sein. Da können sie sich dann auch gegenseitig bekuscheln. Bei drei Kinder fürchte ich jedoch, werden wir nie jedem Kind ein eigenes Zimmer einrichten können. Allerdings ist noch kein Kind daran gestorben, wenn es auch als Teenager mit seinen Geschwistern das Zimmer teilen musste, vielleicht auch irgendwann mit separaten Betten. So ist das halt in einer Familie, da gibt es Prioritäten. Und sein Geld kann man eben nur einmal ausgeben.

Ich versteh auch die Diskussion darum nicht und schon gar nicht, dass so mancher da sogar einen pädagogischen Hintergrund hinein interpretiert. Kann es sich jemand leisten, getrennte Zimmer zu haben, so wird er die Kinder daran gewöhnen oder auch nicht. Ich schätze das ist völlig egal, denn so wie die Kinder es gewohnt sind, wird es für sie normal sein und sie werden sich nicht viele Gedanken darüber machen, ob das nun richtig oder falsch sein könnte. Jedes Kind wird seiner Neigung entsprechend oft oder selten die Eltern einfordern. 
Die Hauptsache für mich ist, dass jede Familie eine Konstellation findet, bei der jeder für sich halbwegs genug Schlaf bekommt. Wie das genau abläuft im Einzelfall, halte ich für nebensächlich.

Montag, 21. September 2015

Vom Lästern über andere Eltern

Dieser Post bekommt eine Triggerwarnung, denn es wird ums Eingemachte gehen. Ich möchte eine Replik schreiben auf einen Post von Liz von Kiddothekid, in dem sie erklärt, sie sei guten Gewissens voll intolerant Eltern gegenüber, die scheiße mit ihren Kindern umgehen.

Liz spricht in ihrem Post eine riesige Fülle an Themen an, die ich leider alle gar nicht vernünftig in einem Post abarbeiten kann und darum den unschönen Zug machen werde, einige Themen nur kurz anzureißen. Da mich fast alle dieser Themen aber sowieso beschäftigen, wird es im Laufe der Zeit noch mehrfach Posts dazu geben.

Nun, was treibt mich also an, eine Replik auf ein privates Statement zu schreiben? Es ist die schiere Verzweiflung darüber, dass Begrifflichkeit und Befindlichkeiten auf verwirrende Weise vermischt, eingekocht und dann als große Lästerpampe serviert werden. Liebe Liz, ich habe deinen Post nicht so verstanden, dass du Lästern willst, allerdings ist das faktisch dabei heraus gekommen. 

Zu Beginn möchte ich klar stellen:
Liz beschreibt Situationen, in denen sie beobachten konnte, wie Eltern scheinbar willkürlich ungerecht oder gemein zu ihren Kindern sind. Das findet sie scheiße und da schließe ich mich gerne an. Ich erweitere das sogar. Ich find es nämlich ganz generell scheiße, wenn Menschen gemein zu anderen sind, nur weil sie in einer vermeintlichen Machtposition sind. 

Liz fragt,ob sie tolerant jenen machtmissbrauchenden Menschen gegenüber sein muss? Sie sagt nein, sie dürfe da intolerant sein. Dem stimme ich zu. 
Aber jetzt wird's problematisch. Liz folgert nämlich, dass ihre Intoleranz nur nach außen zeigen würde, dass man solches Verhalten nicht akzeptieren müsse/dürfe. Und genau da kommen bei ihr die Begrifflichkeit durcheinander und beginnt die Lästerei. Also dröseln wir das mal auf.

All diese schönen Fremdwörter aus dem Lateinischen haben nämlich eine konkrete Wortbedeutung. Tolerare etwa bedeutet nicht akzeptieren, sondern ertragen, aushalten. Erträgt man etwas nicht, ist intolerant durchaus das angebrachte Wort
Ich möchte die Liste der Begrifflichkeit, um die es hier gehen soll, mal erweitern. Akzeptieren bedeutet etwas hinzunehmen, sich damit einverstanden zu erklären.  
Ignorare bedeutet etwas nicht kennen oder etwas nicht wissen. Im heutigen deutschen Wortsinne wird es gerne im Sinne von etwas bewusst nicht beachten verwendet. 
Respectare bedeutet zurückblicken, aber auch berücksichtigen. Respectus kann durchaus mit Rücksicht(nahme), Berücksichtigung übersetzt werden. Wir verwenden es heute in Bezug auf Achtung einer Person gegenüber zeigen.

Nun also zurück zum Thema: Beobachte ich ein Verhalten, dass ich nicht ertrage, weil ich es für grundlegend falsch einstufe, so bin ich intolerant diesem Verhalten gegenüber. Da ich es ja für falsch halte, akzeptiere ich es gerade eben nicht, sondern - tja, was - kann mich nun entscheiden. Ignoriere ich es, setzte mich also bewusst nicht damit auseinander, oder unternehme ich etwas und handle. Ich möchte betonen, dass wir bis hierher nur über Verhalten und nicht über die Person, die sich so verhält geredet haben. 
Denn dazu braucht es einen weiteren Aspekt, die Berücksichtigung der beteiligten Personen und deren Beweggründe für ihr Verhalten. Liz' Fehler entsteht genau hier, denn für die Personen interessiert sie sich gar nicht. Im Gegenteil, sie beschreibt deutlich, dass sie mit solchen Leuten erst gar nix zu tun haben will. Nun kann ich verstehen, dass man nicht mit jedem, dem man auf der Straße begegnet eine Diskussion anfangen will. Aber dennoch schwenkt Liz eben genau hier von der Toleranz in die Ignoranz um. Statt nachzufragen (ich schreibe hier bewusst nicht 'angreifen'), urteilt sie, ignoriert alle beteiligen Personen - bis auf sich selbst - und schreibt einen Post, den sie veröffentlicht (wenn auch unter der Wahrung der Identität betroffener Personen) und in dem sie vor allem ihre Verurteilung mit leider dem völlig falschen Wort rechtfertigt. 
Das ist Lästerei in Reinform und respektlos im ursprünglichen, wie im übertragenen Wortsinne.
(Der Vollständigkeit halber: Lästern kommt nicht aus dem Lateinischen, sondern aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet jemanden schmähen, über jemanden schlecht reden.)

Schade an der ganze Sache finde ich, dass es eben gerade nicht darum geht, zu reflektieren, wie man sich anderen gegenüber verhalten sollte, oder was andere dazu treibt, gemein zu sein. Es geht darum, sich, ohne Kenntnisse von irgendwas, mit seiner eigenen Meinung über andere zu erheben und diese zu verurteilen. Im Übrigen ein Paradebeispiel an Machtmissbrauch.

Ich sehe Liz' Problem bei den genannten Beispielen und verstehe auch, warum sie sich nicht eingemischt hat. Ich sehe aber auch andere Wege, mit diesen Situationen umzugehen. Ich sehe zudem, dass es mühsam ist, sich mit anderen Menschen auseinander zu setzen, zumal wenn sie fremd sind. Man kann sich aber ohne Weiteres mit sich selbst und seiner Reaktion konfrontieren, reflektieren, sich Strategien ausdenken, wie man hätte reagieren können ohne das Gegenüber anzugreifen, einfach um beim nächsten Mal reaktionsfähig zu sein. 

Nicht zuletzt, missfallen mir einige Dinge Persönlich an diesem Post. Zum einen ist es die pauschale Annahme, Eltern wären gemein zu ihren Kindern, weil es für sie am einfachsten wäre. Ich persönlich denke, kein Elternteil will sein Kind aus purer Bosheit oder Faulheit verletzen. Auch Eltern, die sich in einer von uns beobachteten Situation nach unserer Meinung falsch verhalten, lieben ihre Kinder über alles und wollen am Liebsten glücklich mit ihnen zusammen Zeit verbringen. Funktioniert das nicht, gibt es womöglich einen anderen Grund als Bosheit.

Zum anderen kenne ich die Situation. Auch mir ist natürlich auch schon eine Lästerei über die Zunge gekommen. Aber da ich ja weiß, dass das kein adäquater Weg ist, mit anderen umzugehen, muss ich eben überlegen, welche Schlüsse ich daraus ziehe. Lasse ich das Lästern ganz? Fange ich an Menschen nach ihren Beweggründen zu fragen? Was kann ich tun, damit sich meine Kinder die Lästerei nicht von mir abschauen, sondern wie bringe ich ihnen bei ihre Mitmenschen zu respektieren? Ein gutes Vorbild abgeben, wäre meiner Meinung nach schon mal ein Anfang. Denn immerhin möchte auch ich respektiert werden. Und ich will auch, dass andere meine Kinder respektieren.

Und ein letzter Aspekt zum Schluss, der mir sehr oft begegnet, den ich nun aber für bedenklich halte: Respektlosigkeiten Kindern gegenüber sind schlimm. Aber sie sind nicht schlimmer, als Respektlosigkeiten Erwachsenen, Kranken, Behinderten, oder sonstjemand gegenüber. Für diese Haltung werde ich oft angegriffen und sogar als ignorant beschimpft, mit dem Argument, Kinder hätten keine Lobby, niemanden, der für sie eintritt. Doch haben sie. Kinder haben ihre Eltern. Wenn ich als fremde Mutter aber über das Verhalten anderer Eltern lästere und/oder sie ohne genauere Kenntnisse verurteile, trete ich jedoch kein bisschen für das betroffene Kind ein. Im Gegenteil, ich ziehe mich auf eine überhebliche, sichere Position zurück, moralisiere, versuche mit Respektlosigkeit den anderen Eltern gegenüber Druck auszuüben und weise hinterher womöglich noch jede Schuld von mir, wenn diese Eltern dann den Druck an ihr Kind weitergeben. 
Genau so funktioniert Gesellschaft und Menschlichkeit eben nicht besonders gut. Dessen muss ich mir klar sein, wenn ich mich entsprechend verhalte. Der einzige Mensch, für den ich mit diesem Vorgehen eintrete, bin ich selbst. 
Darum halte ich die generelle Überhöhung der Kinder für keine gute Idee. Kinder sind genauso viel wert, wie jeder andere Mensch auch.


Ein persönliches Wort noch an Liz:
Ich schreibe dies nicht, um Dich zu beleidigen. Ich schreibe es, weil ich verstehe, wie mühsam es sein kann, sich mit anderen Eltern auseinander zu setzen. Ich mach das auch nicht immer gerne, aber wir alle müssen da zu einem gewissen Teil durch. Andere zu Tolerieren und zu Respektieren heißt eben nicht, ihr Verhalten generell zu Akzeptieren. Aber für halbwegs emphatische Menschen ist andere zu Ignorieren eben auch nicht immer des Rätsels Lösung. Lästereien schaden nur und tragen zu überhaupt gar nichts bei.


Mancher mag sich nun auch noch die Frage nach der Schuld stellen, denn immerhin laufen Situation zwischen Eltern und Kinder offensichtlich nicht immer wie beabsichtigt. Und für die meisten Menschen stellt sich dann eine Schuldfrage. Darüber habe ich auch schon einiges geschrieben und ich werde darauf zurück kommen. Dieser Post ist jedoch schon lang genug. 

Dienstag, 15. September 2015

Der perfekte Plan

Beim dritten Kind komme ich auf den Geschmack. Ich habe mich in meine Hebammen verliebt und den perfekten Plan, der mich bisher sehr glücklich macht. 

In Basel lief ja die überwiegende Vorsorge, außer Ultraschall, auch über die Hebammensprechstunde der Frauenklinik. Ähnlich kann man das auch hier organisieren. Allerdings habe ich mich direkt für das Heidelberger Geburtshaus entschieden. Es ist in einem Krankenhaus integriert und so können, wieder bis auf US, alle Untersuchungen dort gemacht werden. Für den US wurde mir ein Belegarzt des KHs empfohlen. 

So war ich also gestern bei meinem ersten Vorsorgetermin und bin positiv überrascht. Der Arzt wusste sofort, wie er mit meinen Wünschen und meiner Planung umgehen muss, denn er arbeitet sehr eng mit besagtem Geburtshaus zusammen. Im US bestätigte sich dann auch mein geheimer Verdacht. Es waren zu Beginn Zwillinge. Das erklärt die K.O. Runde in dieser SS. Allerdings ist ein Embryo bereits so weit absorbiert, dass kein weiteres Vorgehen notwendig ist. Das Baby ist bei 10+1 schon 7 cm groß und irritierender Weise wahrscheinlich ein Prachtbursche. Allerdings glaub ich das erst, wenn ich's richtig sehe. 

Erstaunt war der Arzt, wie schlecht es mir teilweise wirklich geht. Seine Anmerkung 'Das ist ja wirklich heftig bei Ihnen.' brachte mich dann doch zum Schmunzeln. Als ob ich wegen ein bisschen Übelkeit so ein Theater machen würde. Aber das kann er ja nicht wissen…

Sehr angenehm fand ich überdies: Man wollte keine Schwangerschaftstest von mir. Bereitwillig trug die Assistentin mein errechnetes Geburtsdatum ein und im US bestätigte sich exakt dieses Datum. Das freut mich besonders, denn mein Körpergefühl wurde einfach anerkannt. Das tut wirklich gut. Der Arzt kommentierte auch nicht, dass ich nur ein Blutbild wollte und keine weiteren Antikörpertests. 

Für die Assistentin war das allerdings zu viel des Guten. Auch sie versuchte recht massiv auf mich einzuwirken. Diesmal konnte ich aber ruhig bleiben und als sie mir von vorgeschriebenen Untersuchen anfing, erklärte ich ihr erstmal, dass sie mich überhaupt nicht anzufassen habe, wenn ich dem nicht zustimmte. Das war vielleicht ein bisschen harsch, aber sie lies sich nach anfänglichem Beleidigtsein von mir erklären, dass sie mir doch bitte vorher aufklären solle, wofür sie mir jetzt Blut abnehmen wolle. Sie zählte also auf und ich sagte 'Dann bitte nur ein Blutbild.' Sie versuchte es dann noch mit 'Aber die Kasse zahlt es doch sowieso.' Darauf antwortete ich nicht zum ersten Mal 'Dass die Kasse etwas bezahlt, sei keine medizinische Indikation.' Das akzeptierte sie dann und verpasste mir einen riesigen blauen Fleck. Das ist wohl der Preis für ein einfaches Blutbild. 

Als ich dann ging, ergänzte sie jedoch, dass es einfach nur sehr selten vorkäme, dass Frauen nicht die Kassenuntersuchungen machen wollen. Das hat mich doch sehr erschreckt. Vor allem, weil die Assistentin ohne Erklärung mehrere Röhrchen vorberietet hatte und auch ohne Nachfrage nicht aufgeklärt hätte. Die Methode - erst Schießen, dann fragen auf wen und warum - scheint mir immer noch sehr unangebracht. Und doch hab ich es jetzt so oft erlebt, dass ich wirklich schockiert bin. So kann doch Medizin und Gesundheitswesen gar nicht funktionieren. Und so will doch niemand Patient sein. Eine furchtbare Diskrepanz, die Normalität zu sein scheint. 

Diesmal hat mich das allerdings nicht wirklich tangiert. 
Begeistert bin ich von den drei Hebammen, die das Geburtshaus führen. Die Damen stellen nicht nur genau die richtigen Fragen, sie beantworten auch meine exakt, informativ und ohne Gedöns. Herrlich. Sie scheinen mir selbstständiger und kompetenter als die Hebammen der Sprechstunde in Basel. 

Super finde ich auch, dass sowohl Arzt, als auch Hebammen mich mit 'sollte' aufklären. Ich habe vom Fachpersonal noch kein 'muss' gehört. Ach das tut sehr gut. 

Ganz anders allerdings ist meine neue Pilateskursleiterin. Es ist der schlechteste Kurs, den ich je besucht habe, aber es ist ja nicht für lang. Und allein bin ich doch auch nicht so konsequent. Die Dame allerdings redet sehr gerne sehr viel vom 'müssen' und 'nicht mehr' dürfen. Mein Hinweis, dass ich keine vernünftige Studie gefunden habe, die besagt, dass Schwangere generell Probleme mit dem Beckenboden oder den Mutterbändern bekommen, wenn sie mal etwas schweres trügen, bewegte die Dame nur zu Schimpftiraden. Tatsächlich fand ich nichts Konkretes, dass Risiken für Schäden oder Frühgeburten oder Ähnliches durch Tragen, z.B. von Geschwisterkindern, beständen. Das lies die Trainerin nicht gelten, immerhin habe sie ja eine 'Beckenbodenausbildung'. 

Mich ärgert, dass solche Menschen ungestraft, Schwangere verunsichern. Für mich ist das eine Form von Machtausübung. Es ist willkürlich. Dabei wäre der Hinweis 'Mach was dir gut tut und hör auf, wenn du irgendwo Schmerzen oder ein schlechtes Gefühl hast.' angebracht. Mein Ärger kommt daher, dass Fachpersonal wie Ärzte und Hebammen im besten Fall kompetent beraten. Wer Pech hat muss aber auch danach suchen. Alle fachlich schlechter ausgebildeten Personen, die sich dennoch berufen fühlen, ihre Meinung in pseudokompetentem Ton kundzutun, einem ständig über den Weg laufen. Gefährliches Halbwissen überall. In einer Informationsgesellschaft ein ziemliches Problem. Es soll ja keine Bankrotterklärung werden, oder?

Ich jedenfalls hab beim dritten Versuch auch schon die passende Vorsorge gefunden. Das ging ja fix. Wobei in Basel nicht alles schlecht war. Die Betreuung war sogar wirklich gut. Nur nicht individuell. 

So sehe ich also hoffentlich irgendwann einem Abklingen der Beschwerden entgegen und kann ohne Bauchgrummeln zur Vorsorge gehen. Ist doch auch mal schön. 

Montag, 7. September 2015

Linkparade Fremdbetreuung

Wiebke von Verflixter Alltag macht im September die Linkparade 'Fremdbetreuung'. Ich habe überlegt, ob ich da überhaupt mitmachen soll, da ich durch meinen etwas anderen Weg in dieser Hinsicht recht angreifbar bin. Ich möchte aber dennoch dazu etwas schreiben, weil ich einfach zeigen will, dass eine sehr frühe Fremdbetreuung keineswegs Schaden anrichtet. Nicht als Rechtfertigung vor Müttern, die länger zu Hause bleiben, sondern als Beispiel für Frauen, die gedenken ihre Kinder auch sehr früh abzugeben. Die finden nämlich so gut wie keine Ansprechpartner oder Mütter, die es genauso machen. Diesen Familien möchte ich sagen: Es gibt sie, die Eltern, die kleine Babys in die Kita bringen. Man findet sie natürlich nicht in der Pekip-Gruppe ab 10.30 Uhr, sondern morgens um 8 Uhr in der Kita.

Vorweg - Beim ersten Kind fing ich nach 16 Wochen wieder Vollzeit an zu arbeiten. Beim zweiten Kind war die Eingewöhnung dann mit 4,5 Monaten. Das erste Kind ging in eine Kita in Basel. Das zweite wurde in Heidelberg geboren.

Beruflich war klar, dass wir einen Baby-Kitaplatz in Basel benötigen. Also kümmerten wir uns schon früh in der Schwangerschaft darum. In Basel ist das Betreuungssystem hervorragend ausgebaut, alle Kitas sind bilingual (aufgrund des Pharmastandortes) und der Betreuungsschlüssel ist mit 2:1 für Babys und 3-4:1 ab 1,5 Jahren vorgegeben und auch strikt umgesetzt. Ein Kitaplatz kostet für Babys 2500 Franken und für Kleinkinder 2000.-
Das klingt erstmal sehr viel, ist aber den Schweizer Gehältern angepasst und wird bei Bedarf gehaltsabhängig von der Stadt bezuschusst. Dafür bieten die Kitas ein Rundumwohlfühlpaket. Die Gruppen sind klein, die Beziehung zur Betreuerin sehr persönlich und es hat - zumindest bei uns - alles super gestimmt.

Die Eingewöhnung bei so kleinen Babys geht super einfach, denn sie sind nicht auf die Eltern fixiert. Die Große hatte volle 2,5 Jahre ihre Bezugsperson täglich an ihrer Seite, war eigentlich immer super leicht abzugeben, wurde dort mit MuMi versorgt, konnte jeden Extrawunsch ausleben und hatte direkt als Baby ihren ersten Freund. Mit dem teilte sie sich über die Jahre ein Bettchen, sie aßen zusammen und spielten immer zusammen. War super. Da wir keine festen Arbeitszeiten hatten, war sie ca. 7 Stunden 5 Tage die Woche dort. Den Rest des Tages verbrachte sie jeweils mit mir. Es ging und geht uns nach wie vor sehr gut damit, denn die Qualität der Betreuung stimmte perfekt. 

Als ein Umzug anstand, suchten wir die künftige Arbeitsstelle nach dem jeweiligen Betreuungsangebot für die Kinder aus. Ich war bereits mit Nr.2 schwanger und so ließen wir einige Chancen und z.B. auch Skandinavien sausen und zogen nach Heidelberg. Hier haben wir ebenfalls eine private, von der Stadt gehaltsabhängig bezuschusste Einrichtung, die Kita und Kiga gleichermaßen anbietet und die Betreuungsqualtität, die wir aus Basel kannten. 
Der Baby-Schlüssel ist ebenso 2:1, für Kleinkinder ab 1,5 Jahren gilt 3-4:1. Im Kindergarten dann 5:1. Das ist purer Luxus und der eigentliche Grund, weshalb ich meine Kinder guten Gewissens auch im Babyalter schon dort betreuen lasse. Die Gruppen sind wieder sehr klein, Babys werden individuell bedürfnisorientiert versorgt, es ist immer jemand da zum Spielen, Füttern, Tragen und Einschlafen. Es gibt ein Elterncafe, wo man auch super Stillen kann, von 7-19 Uhr kann man die Kids voll flexibel bringen und abholen, wie man möchte. 

Nr.2 wurde also mit 4,5 Monaten eingewöhnt und nach ca. 6 Stunden wieder abgeholt. Ich fragte mich durchaus, ob das nicht lang ist, weil sie ein sehr anhängliches Baby war, aber tatsächlich stillte ich sie dort, dann spielte sie und schaute vor allem den 'größeren Babys' beim Essen zu, schlief 3-4 Stunden, wurde gewickelt und gefüttert und dann stand ich auch schon wieder vor der Tür. Je größer sie wurde, desto länger war sie natürlich wach, aber mit anderen Babys wird es einem ja nie langweilig. Da gibt es immer was zu sehen. Ähnlich wie zu Hause, wo sie immer der großen Schwester hinterher musste, von Anfang an.

Ich schreibe sehr viel über die Betreuungsbedingungen, weil ich die für den Kernpunkt früher Fremdbetreuung halte. Ich gebe mein Baby dort nur ab, wenn ich mich wirklich sicher dabei fühle und weiß, dass die Kita die Bedürfnisse meines Babys befriedigen kann und genug Personal da ist, dass niemand gestresst ist. Das hat natürlich seinen Preis - wir zahlen über 800 Euro pro Kind und Monat. Von nix kommt ja nun nix. 

Ich weiß auch, dass ich da von einem recht hohen Ross herab schreibe, da nicht jeder solche Betreuungsmöglichkeiten hat, wie wir. Dabei geht es nicht um's Geld, denn die Bezuschussung vom Jugendamt läuft reibungslos. Aber es muss so eine Einrichtung vorhanden sein. Wie gesagt, wir haben auch gute Jobchancen dafür draufgegeben.

Die Babygruppen bei uns sind immer voll. Die Kinder kommen mit 3-6 Monaten oder dann ab einem Jahr. Die Plätze sind heiß begehrt und die Eltern sind bei Weitem nicht die absoluten Karrieretypen. Viele Mütter arbeiten während der Elternzeit halbtags, aber ja, sie arbeiten. Viele Neomütter kommen mit den gleichen Bedenken und Gewissensbissen, aber nach kurzer Zeit in unserer Einrichtung legen sie diese ab. Ich habe dort noch keine Mutter getroffen, die die frühe Fremdbetreuung ihres Kindes bereut. Alle sind mit ihrer Entscheidung einig und viele machen es beim zweiten Kind dann genauso. Die Frauen arbeiten gerne und man sieht durchweg mehr Männer, als Frauen morgens, wie abends die Kinder bringen und holen. 

Dieses Modell ist nichts für jeden. Aber die meisten Eltern würden staunen, wie viele Eltern ihre sehr kleinen Kinder Vollzeit in die Kita bringen - ganz selbstverständlich. Kinder und Eltern kennen es nicht anders und so werden keine Nachteile heraufbeschworen. Es ist schlicht für alle Beteiligten normal. So, wie es für andere normal ist, ein Jahr oder 2 oder 3 Jahre zu Hause zu bleiben. Ich halte es für essentiell, dass man zu seiner Entscheidung steht, egal wie sie ausfällt. Probleme entstehen überwiegend dann, wenn eine Entscheidung grundsätzlich angezweifelt wird. Dann quält man sich und somit auch das Kind. 

Wer sich also, wie wir, entscheidet sein Kind früh abzugeben, der darf ruhig dazu stehen. Frühe Fremdbetreuung bedeutet auch nicht automatisch Abstillen, Breikost oder das Kind in ein Schema zu zwängen. Aber es ist nur auf einer Grundlage einer hohen Betreuungsqualität machbar. 

Wer sich dennoch fragt, ob nicht die Bindungsfähigkeit der Kinder darunter leidet, dem kann ich sagen: Das ist zwar von Kind zu Kind etwas verschieden, aber nein - man kann nicht grundsätzlich folgern, dass Kitababys da Einschränkungen erleben werden. 
Ein Großteil des Betreuungs-, sowie die Kitaleitung hat ein Psychologie- oder Pädagogikstudium hinter sich. Sie arbeiten sehr eng mit dem Entwicklungspsychologischen Institut der Uni Heidelberg zusammen, wo im Schwerpunkt Bindungs- und Angststörungen erforscht werden. Wir Eltern werden auf Wunsch regelmäßig über neue Studien und Erkenntnisse informiert, 1x im Monat kommt eine Psychologin besagten Instituts zur Elternsprechstunde, wo auch Studienergebnisse gerne tiefergehend diskutiert werden können. Der Tenor ist, dass eine enge Beziehung zur Betreuerin und eine entspannte individuelle Betreuung (im Übrigen sind auch durchaus körperbehinderte Kinder dort, oder Kinder mit neurologischen Einschränkungen) den Kinder ebenso sichere und intensive Beziehungen ermöglichen, wie die Betreuung durch die Eltern. Allerdings liegt es auch zum Gutteil am genetischen Hintergrund der Kinder, wie Bindungsfähig sie im Leben sein werden. Etwa 1/10 der Kinder werden sich lebenslänglich mit ihren Mitmenschen schwer tun und Enttäuschungen schwerer verarbeiten können, unabhängig davon, ob sie Fremdbetreut oder ihr Leben lang mit Mama zu Hause waren. Ihre Gene sind nunmal so. Aber auch diese Kinder haben die Möglichkeit später an ihren Empfindungen zu arbeiten und dennoch ein glückliches Leben zu führen. 
Ich möchte dennoch betonen, dass eben allein aufgrund der Genzusammensetzung, jedes Kind andere Voraussetzungen mitbringt. Manche sind ängstlicher, manche sind ruhiger, manche sind mit 2 Jahren nicht bereit für eine Kita. Manche Familie ist nach 2 Jahren nicht bereit für eine Kita. Und für manche ist eine sehr frühe Eingewöhnung der richtige Weg. Niemand sollte den ganz individuellen Weg einer Familie einschränken, denn wir alle passen nicht wirklich in Schablonen. Jeder hat seine eigenen Gründe, so zu entscheiden, wie er es tut und das sollte respektiert werden. 

Wir haben im Übrigen jetzt schon einen Platz für Baby Nr.3. Es wird mit ca. 5 Monaten eingewöhnt. Jedenfalls ist es so geplant, wenn alle gesund und munter sind. 
Meine Kinder haben durchweg in der Familie und in der Kita sehr positive Erfahrungen gemacht. Und weil ich ja sehe, wie gut es ihnen geht - trotz oder wegen dieses Weges - habe ich keine Bedenken gegenüber Fremdbetreuung. Traurig macht mich jedoch, dass nicht alle diese Wahlfreiheit und so hervorragende Kitas haben. Ich wünsche das allen Eltern für die Zukunft.

Donnerstag, 3. September 2015

Die große Tochter

Es soll um mein erstes Kind gehen, meine größte Tochter, gute vier Jahre alt zur Zeit. In unserer Familie kommt diesem Kind eine besondere Rolle zu. Es ist eine Rolle, die sowohl uns Eltern, als auch die Kinder entscheidend prägen wird. Das erste Kind ist der Schlüssel zum zukünftigen Wohle einer Familie.

Das mag nun etwas theatralisch klingen und etwas ungerecht. Aber ich halte das erste Kind für den entscheidenden Faktor im Leben einer Familie.

Das erste Kind…
…ist aufregend.
…verändert das Leben nachhaltig.
…entscheidet über weiteren Nachwuchs.
…ist die Richtschnur für alle weiteren Kinder.

Die erste Schwangerschaft, das erste Kind - erinnert ihr euch? Es war irgendwie aufregend. Das erste Mal einen Zwerg im Ultraschall zu sehen. Das erste Mal Verwandten und Bekannten die Nachricht überbringen. Das erste Mal all das winzige Babyzeug kaufen. Das erste Mal Unsummen ausgeben für Dinge, von denen man glaubt, sie jetzt unbedingt zu brauchen. Das erste Mal mit Geburt konfrontiert zu sein, mit diesen Ängsten, mit Zweifeln. Das erste Mal vermeintlich wichtige und wirklich wichtige Entscheidungen treffen, obwohl man von nix ne Ahnung hat, auch wenn man sich vorher informiert hat. 
Es prägt, schon die werdenden Eltern. Kaum ist der Test positiv, verändert sich der Mensch. Das geht ganz automatisch. Erinnert ihr euch, wie ihr davor wart? Etwas unbeschwerter? Etwas weniger ängstlich? Etwas mehr fixiert auf irgendwelche Kram, der euch nun nicht mehr interessiert? 

All die ersten Mal mit dem ersten Kind, die hat man wirklich nur ein Mal im Leben. Die erste Nacht zu Hause. Die erste Krankheit. Der erste Urlaub mit Kind. Das erste Mal Kita. Der erste Besuch in einer Babygruppe. Bei weiteren Kindern alles bereits Routine - nix Aufregendes mehr. 

Erinnert ihr euch, wie das erste Baby sich zum ersten Mal bis zum Kragen vollge*issen hatte und wie ihr ins Schwitzen geraten seid beim Versuch es mit möglichst wenig Schäden auszuziehen und im, vom Partner, vorbereitete Bad vorsichtig zu reinigen? Was für ein Aufwand. Diese Hektik und das OMG, das passiert beim zweiten Kind nicht mehr…

Das erste Kind aber hat diese spezielle Rolle. Allein dieses Kind bringt den Eltern die Babysprache bei. Welcher Schrei was bedeutet? Wann ein Kind welche Bedürfnisse hat? Haben wir alle beim ersten Kind gelernt. Kamen wir gut zurecht, entscheiden wir uns vielleicht für weitere Kinder. Funktierte es nicht so gut, so bleibt das erste Kind auch das Einzige. Das gilt auch für die Paarbeziehung der Eltern. Mit dem ersten Kind entsteht eine Familie. Wenn das nicht klappt, gibt's auch eher selten weiteren Nachwuchs.

Mit dem ersten Kind fangen wir dann an uns mit uns selbst auseinander zu setzen - im besten Fall - erfolgreich. Wer bin ich? Und wer bist du? Das erste Kind geht ans Eingemachte. Das erste Kind wird von uns zum ersten Mal wirklich fordern Farbe zu bekennen. Mit dem ersten Kind handeln wir unser Zusammenleben täglich neu aus. Dem ersten Kind müssen wir zum ersten Mal befriedigende Antworten geben. Das erste Kind wird der Vorreiter sein, als erste/r Freiheiten erkämpfen, rebellieren, vielleicht sogar ein Urteil über uns und unsere elterlichen Fähigkeiten fällen. 

Geschwisterkinder werden dann in ein schon recht eingespieltes Setting hineinwachsen. Sie müssen nicht mehr verhandeln, nur noch auf ein klein bisschen Individualität pochen. Nichts im Vergleich zu den vielen ersten Malen der Eltern mit dem ersten Kind. 

Das erste Kind wird auch als früher und mehr Verantwortung übernehmen, als weitere Kinder. Die Geschwisterforschung ist da recht eindeutig - Nachfolgende Kinder orientieren sich an vorhandenen großen Geschwistern sehr viel mehr als an den Eltern. Während wir dem ersten Kind dachten zeigen zu müssen, wie dies und das funktioniert, schauen sich die Geschwister einfach alles vom Großkind ab. Wir Eltern sind dann als Lehrer kaum noch gefragt. Diese Rolle übernimmt das erste Kind. Es wird Lehrer, Spielkamerad, Konkurrent und Messlatte für alle weiteren Kinder. Von dieser Konstellation profitieren beide Seiten enorm.

Das einzige, was beim zweiten Kind zum ersten Mal eine Rolle spielt ist die Konkurrenz und die Eifersucht. Eine Situation an der jedoch auch der erste Kind am meisten wächst und die keinesfalls nur negativ zu bewerten ist. Es ist eine Chance, vor allem für das erste Kind, sich Freiheiten zu erstreiten.

Unser erstes Kind, meine große Tochter, gute vier Jahre alt, ist das für mich beste nur vorstellbare erste Kind. Sie ist sehr besonnen und unglaublich geduldig mit uns Eltern. Sie ist großzügig, uns und ihrer Schwester gegenüber und eine hervorragende Lehrerin. Ich bin so froh, dass wir sie zuerst bekommen durften und dass sie es uns so leicht macht. Sie prägt diese Familie mehr als alle anderen, sie prägt uns Eltern mehr als ihre Schwester. Dank ihr hatten wir keine Bedenken, weitere Kinder zu bekommen. Aber sie hängt die Messlatte auch ziemlich hoch - für alle Beteiligten. Mit ihr sind all die ersten Male nichts wovor man sich sorgen müsste. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Sie ist meine große Tochter.