Freitag, 28. November 2014

Things that never happened before

Ich mache ein neues Label auf. Da hinein kommen alle Merkwürdigkeiten und Begebenheiten, die ich so nicht für möglich gehalten hätte, die aber passieren. Und zwar mir. Heute.

Aber von Anfang an: Die Große wird für ein paar Tage zum Schwiegermonster zur Oma in Ferien gehen. Das macht sie gerne und da die Oma ja weiters weg wohnt und sich doch um Kontakt bemüht, finde ich das eigentlich gut. 

Also kommen morgen die Schwiegereltern angefahren und nehmen das Kind dann mit. Der findigen Leserin wird sofort gewahr, welches Problem ich damit habe. PANIK! Die Schwiegermutter kommt und, mal ehrlich, die Wohnung ist ein Saustall. Ich würde noch nicht einmal den Vorwerkvertreter herein bitten wollen, so dreckig ist der Boden. Putzen steht auf meiner ToDo-Liste grundsätzlich an letzter Stelle.

Nun ist es bei mir eben ein Reflex zu putzen, wenn sich die Schwiegermutter ankündigt. Nicht weil ich das Genörgel und die schrägen Blicke fürchte, nein, weil die Dame im Stande ist und selbst Hand anlegt. Und das geht GAR NICHT in MEINER Wohnung. Sie davon abzubringen würde wohl den endgültigen Bruch zur Folge haben. Darum: Wehret den Anfängen!

Ich putze also hier und da, dies und das, bis nur noch Einzelheiten übrig sind - und der Boden. Völlig verdreckte Dinge beschloss ich in der Duschtasse erst einmal einzuweichen. Ich sammelte alles ein, legte es hinein und lies Wasser ein. Wie ich da so stehe und schaue, entdecke ich die ganzen Wollmäuse in den Ecken und ruckzuck zücke ich den Staubsauger.

Man ist das dreckig und so sauge ich geschlagene 20 Minuten die ganze Wohnung, jede Ecke, jeden Winkel. Als ich den Staubsauger ausschalte, höre ich so ein seltsames Geräusch, wie ein Gluckern und Plätschern…

Ja, meine Lieben, das Wasser lief und lief. In die Dusche, von dort ins Bad und auf dem Flur konnte ich es  - flink wie ich bin - auch schon aufhalten. Ja also, was soll ich sagen. Ich kam mir ziemlich blöd vor, als ich eine Stunde lang mit dem Lappen alles aufwischte (merke, ein Nasssauger hätte heute nicht geschadet) und Tropfen für Tropfen in den Abguss auswringen durfte.

Ich betrachte nun meinen Boden als blitzeblank gewischt und den Muskelkater in den Fingern vom Auswringen als gerechte Strafe. Oder wie die Schwiegermutter stets sagt: Wer's nicht im Kopf hat…

Habt ihr auch solche Geschichten, die ihr der Schwiegermutter lieber verschweigt? Und am liebsten allen anderen auch?

Donnerstag, 27. November 2014

Entwöhnung

Ich hab voll die tollen Kinder. Die nehmen mir jegliche Erziehungsaufgaben ab. Super für mich…

Miniferkel verliert das Interesse am Stillen. Sie bekommt mittlerweile abends 1 Flasche. Und tagsüber schüttelt sie nun ständig den Kopf, wenn ich sie nach Milch frage und auf die Brust deute. So bin ich mittlerweile im Absstillmodus. Wenn irgendwann so wenig Milch kommt, dass sie sich dafür nimmer interessiert, gern. Ich rechne jeden Tag damit, denn ich habe noch nicht einmal ein Völlegefühl, wenn sie den ganzen Tag nicht an der Brust trinkt.

Interessanter fand ich da die Entwöhnung, die Madame Kindergartenferkel letzte Woche durchmachte. Kalter Entzug. Vom Schnulli. Auf eigenen Wunsch.

Nun, die Dame hatte ihren Schnulli seit 2 Jahren sowieso nur zum Einschlafen. Da allerdings war er unabdingbar. Nun tat die Mutter aber etwas, was sie zuvor noch nie getan hatte. Wir waren abends unterwegs, sie wollte/sollte im Auto einschlafen und Mama hatte den Schnulli vergessen. Ich fing schon an, mir Vorwürfe zu machen, aber die Dame schniefte nicht, machte gar kein Theater und schlief friedlich ein. Ohne Schnulli.

Am nächsten Tag dann erkannte sie wohl, dass es auch ohne geht, daraufhin packten wir unser Schnullersortiment in eine Tasche und die Dame spendete sie dem Schnullerbaum. Einfach so. 
Auf die Frage, ob sie denn nun traurig sei, antwortete sie: 'Ja, ich bin traurig. Aber ich finde es trotzdem richtig so.' Klingt irgendwie nicht wirklich nach Kleinkind, oder?

Seither sind wir ein gänzlich schnullerfreier Haushalt. Ohne, dass ich das geplant hatte.

Ich war da schon sehr stolz auf mein Kind. Keine Träne, keine Klagen. 

Sauber wurde sie auch so. Ich meinte nur, ob es nicht mal an der Zeit wäre, weil ich genau wusste, physisch wäre eine Windel schon eine Weile nicht mehr nötig gewesen. Aber an einem Tag beschloss sie, jetzt ohne Windel zu leben und hat auch seither nie in die Hose gemacht. Einfach so.

Tja, so geht's eben. 90% aller Probleme lösen sich von selbst. Nicht, dass Windel oder Schnulli ein Problem gewesen wären. Los sind wir sie nun trotzdem.

Und das Kind wird jetzt groß. Kein Kleinkind mehr. War abzusehen. Ist trotzdem gewöhnungsbedürftig.

Montag, 24. November 2014

Bleibt alles anders

Es ist die Nacht vor meinem Geburtstag. Wir haben Freunde eingeladen. Es gibt thailändisches Essen, die Gäste sitzen um den großen Tisch. Viel Lachen, ein paar Geschenke. Gin Tonic und japanischer Wein. Die kleine Studentenbude platzt aus allen Nähten. Wir leben zu zweit in der kleinen Einliegerwohnung im Parterre des Elternhauses meines Freundes. Aber es ist feucht-fröhlich und harmlos ausgelassen, wie es nur in der Studienzeit sein kann. In meinem Studiengang sind wir nur wenige, und die noch unterteilt in kleine Grüppchen. Es sind auch noch Freunde da, die ich über meinen Freund kennen gelernt habe. Alles ist so einfach und so unbeschwert. Ich genieße das. Ich werde morgen 23, schreibe gerade meine Diplomarbeit und genüge mir vollkommen selber. Am nächsten Morgen erwache ich spät, ohne Wecker. Ich schwänze die erste Vorlesung und gehe erstmal unter die Dusche...




Es ist die Nacht vor meinem Geburtstag. Ich habe keine Freunde eingeladen. Ich habe hier auch eigentlich nur eine Freundin. Die hat ebenso 2 kleine Kinder und einen Lebensgefährten, der sich lieber raushält. Sie wird mir beim nächsten gemeinsamen Spielplatzbesuch zur Feier des Tages einen Coffee to go mitbringen. Es ist also spät abends. Das Baby ist schreien aufgewacht. Ich trage die kleine Dame herum. Seit 2 Stunden. Es sind die Backenzähne. Sie hat Beißring und Hand bis zum Anschlag im Mund, Zahngel hilft nicht. Lidocain hilft uns nicht besonders. Meine Oma, meine Mutter und ich haben das gleiche Problem. Es hat mit der Verstoffwechselung von Lidocain zu tun. Sie schreit schmerzerfüllt, ich gönne ihr etwas Paracetamol, dann schläft sie erschöpft ein. Ich habe mich mit der Kleinen ins Gästebett verkrümelt. Sie wird diese Nacht etwa alle 2 Stunden schreien erwachen und Trost brauchen. Der arme Wurm. Morgens klingelt der Wecker. Ich mache ihn aus und döse augenblicklich wieder ein. Dann schrecke ich hoch. Scheiße, heute ist Zootag. Die Kinder müssen um 8 Uhr im Kindergarten sein. Verdammt. Es ist mein 33. Geburtstag. Hektisch ziehen wir Eltern die Kinder an. Reiskeks wird im Auto gemümmelt, während ich mit der CD Weihnachtslieder trällere. Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig. Kaum sind die Kinder im Bus verschwunden, habe ich nur ein einziges Bedürfnis: Kaffee! Jetzt! Ich hab ne Menge Arbeit zu erledigen und nichts davon gehört zu meinen Favorits. Vom Trüffel bekomme ich dieses Jahr ein besonderes Geschenk: Der Zahnarzt hat die Rechnung geschickt, die bezahlt diesmal er. Ich denke an den weiteren Zahnarzttermin diese Woche. Verdammt, warum wirkt Lidocain bei mir nicht…




Es ist jetzt nicht alles schlechter als damals, aber damals war mein Leben eben schon ganz anders.

Dienstag, 18. November 2014

Quarkpackung


Ich sollte mir gründlich überlegen, ob es bei uns je wieder Quark gibt. Das ist nicht das erste Mal.



Ich zahl, was es kostet

Das ist so. Und ist vielleicht deshalb zu einem meiner Mottos geworden. 
Zum Glück kann ich mir wesentlich mehr leisten, als ca.70% der Weltbevölkerung. Und ich gebe mein Geld mit vollen Händen aus.

Wie ich darauf komme? Durch den Kindergarten.
Meine Kinder gehen in einen privaten Kiga/Kita. Im Monat macht das für beide Damen 1900 Euro.
Das ist viel Geld, das wir komischerweise auch nicht übrig haben. Eigentlich.
Und so wurde ich gefragt, weshalb ich das mache. Tja, aus eben dem Grund, weshalb ich, bis auf Hausarbeit, alles mache: 
1. Ich will es. 
2. Ich kann es.

Ob es ein fast komplett subventionierter staatlicher Kindergarten nicht auch tun würde? Sicher. Ich bringe meine Kinder nicht jeden Tag in ihre Luxusspielgruppe, weil sie dort auch so toll gefördert werden. Das ist ja heute leider fast schon ein Mythos, dass es mal Kindergärten ohne englische Muttersprachler und irgendwelche Bildungspläne gab. Bei mir hat es mit so einem normalo Kiga ja auch nur zu ner Promotion gereicht…

Nun, ich zahle so viel für's Personal. Und ich mache das, so lange ich nur irgendwie kann.

In unserer Einrichtung bekommen die Mitarbeiter zwar bestimmt nicht zu viel, aber doch im Verhältnis ein außergewöhnlich hohes Gehalt. Es gibt Teambildungtage und Weiterbildungen und Gruppengespräche und sogar Supervisonen wären drin, falls nötig, flexible Arbeitszeiten und sogar Gleitzeit. Kurz, die Leitung tut so manches, damit ihre Mitarbeiter morgens gerne zur Arbeit kommen. Und darauf kommt es an, denn glückliche Kleinkindpädagogen bedeuten glückliche Kleinkinder. Und das kostet. 
Und natürlich ist der Personalschlüssel unschlagbar. 4 Kindergartenkinder pro Betreuer, 2 Babys pro Betreuer. Wichtig ist dabei nicht, dass die Kinder damit super individuell gefördert werden können, sondern, dass immer jemand Zeit hat für mein Kind.
Zeit zu trösten, Zeit vorzulesen, Zeit zum Puzzeln, malen, basteln, Zeit um mit auf die Toilette zu gehen falls nötig, Zeit zum Kuscheln, Zeit zum Karten zocken (unglaublich was 3jährige schon können) und für Brettspiele. 
Und so fühlen wir uns sehr wohl in dieser Kita/Kiga. 

Und um ehrlich zu sein, so kenne ich das von Basel. Kinderbetreuung braucht dieses Niveau und das sollten die Eltern auch einfordern.

Aber kommen wir auf's Geld zurück. 
Klar, das können sich die wenigsten leisten. Es gibt dabei nur 2 Aspekte, die viel zu wenig Beachtung finden.

Erstens, Kinderbetreuung kostet immer ein Gehalt: meines, oder das der Betreuerin. Die Betreuung bezahle ich nur für ein paar Jahre, meine Gehaltseinbußen, wenn ich nun ganz zu Hause bliebe und erst nach ca. 6 Jahren wieder einstiege, wären um ein vielfaches höher. Ich würde für den Rest meines Lebens dafür bezahlen - wortwörtlich, mit echtem Geld - dass ich Kinder bekommen habe, ohne dass ich davon meinen Kindern oder mir später irgendetwas finanzieren könnte. 

Darum halte ich auch ein Vergütung, die über 2 kleine Rentenpunkte hinausgeht, für Erziehende unbedingt für nötig. Gottes Lohn ist zwar nett, bezahlt aber weder Studium/Ausbildungszeit, noch Alterspflege.

Zweitens, müsste man viel mehr die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen. Unser Kiga hat Verträge mit mehreren großen Arbeitgebern der Stadt, die zumindest die Hälfte der Betreuungskosten bezahlen. Das finde ich sehr sinnvoll. Denn das bezieht auch die Männer mir ein. Bei der Kinderbetreuung gibt es also keinen Unterschied mehr, ob die Firma einen Mann oder eine Frau einstellt. Will sie, dass diese Person morgens zur Arbeit kommt, so muss sie zahlen. Einfache Rechnung.

Das ist in meinen Augen schon ein Schritt in die richtige Richtung. Und durch die hervorragende Situation in der Kita, weiß auch das Fachpersonal die Kinder gut aufgehoben und fängt deutlich früher zumindest in Teilzeit wieder an zu arbeiten. 
Nicht, dass ich nun schreie, Mütter sollten ihre kleinen Babys in die Kita geben, um Steuern zu generieren. Aber doch, ich denke es erleichtert vieles, wenn ein Arbeitgeber nicht für 1-3 Jahre Ersatz suchen und gleichzeitig irgend eine Stelle für Mutti warm halten muss. Es würde ja reichen, wenn Mutti recht schnell für 10, 15 Stunden zumindest mithelfen würde. Das könnte man dann einfacher wieder steigern, als wenn jemand ganz neu angestellt und eingearbeitet werden muss und dann hat man am Ende 2 Leute, die den Job brauchen… Und Mutti wäre weder 'raus' aus dem Business, noch würde sie den Kontakt zum Arbeitgeber verlieren.

Am Ende kann ich sagen, unsere Kita macht das ganz wunderbar und ich finde, das Konzept sollte sich rumsprechen. Jeder ist Übrigen frei, mit seinem Arbeitgeber zu verhandeln nach dem Motto: Ich komm früher zurück bzw. bin berechenbarer und auch anwesend, aber dafür bekomm ich nen Zuschuss für ne echt gute Kita. Und da der Zuschuss eben auch für Väter gilt, die das Geld sicher nicht freiwillig links liegen lassen würden, müssten sich die Firmen genau überlegen, ob das nicht doch eine gute Alternative für alle ist.

Wer nun seine Kinder gerne zu Hause haben möchte, dem sei das gegönnt. Leider fürchte ich, das können sich nur wenige wirklich leisten auf Dauer, gerade auch in Hinblick auf die Altersvorsorge.
Egal, wie viel ich verdiene und wie viel die Kita kostet, das wird wohl bei der großen Mehrheit immer noch weniger sein, als wenn Mutti zu Hause bleibt.

Wem das jetzt zu wirtschaftlich ist, wer meint, die Kindheit der Kinder kann man nicht aufrechnen… dem stimme ich zu. Aber wenn man ehrlich ist geht's eben doch um's Geld. Schön, wenn die Kinder eine schöne Kindheit mit Mami zu Hause hatten. Aber wenn Mami später unter dem Existenzminimum leben muss, sich Medikamente nicht leisten kann, oder schlicht die Heizung, soll sie sich dann wirklich damit trösten, dass das Kind es gut hatte? 

Auf keinen Fall will ich, dass nun alle Frauen Karriere machen. Da bliebe ja kein Platz mehr für mich. Aber kein eigenes Geld zu verdienen, das geht einfach gar nicht. Und nur mal so nebenbei, das ging auch früher nicht. Auch da hatte es klare Nachteile. 
Schritt eins ist ein eigenes Gehalt. Schritt zwei ist so viel Geld, dass man davon leben und sich absichern kann. Aber um Schritt zwei zu machen, muss man den ersten Schritt gegangen sein. Und ein ausreichendes Gehalt ist immer noch für viele Menschen in Deutschland nicht der Normalzustand.

Utopien, wie das bedingungslose Grundeinkommen, oder ein Elterngehalt, werden sich in unserer Gesellschaft nie etablieren können. Aber dass die Skandinavier das hinbekommen, glücklicher zu sein als wir, obwohl sie viel mehr Abgaben, dafür aber auch mehr Umverteilung und individuelle Angebote haben, das zwiebelt mich schon. Warum können die das und wir nicht?

Samstag, 8. November 2014

Wer holt das wieder raus?

In der Toilette schwimmen eine gesamte Packung Tampons, teilweise aufgepackt.

Ach war die Welt noch einfach, als das Kind nicht wusste, wie man den Klodeckel öffnet. War es noch unbeschwert, als das Kind keine Türen öffnen konnte. Das erste Kind.

Nr.2 allerdings gibt nur den Befehl: dadadaaa. Schon sorgt die liebende große Schwester für absolute Barrierefreiheit. 

Und wer holt das jetzt ausm Klo wieder raus?

Freitag, 7. November 2014

Neuer Tag, neues Glück



Das kleine Mädchen auf meinem Schoß
Plaudert und lacht und erzählt atemlos,
Singt und hält inne und spielt mit mir
Mit einem Finger auf dem Klavier.
Und Gedanken und Bilder, Erinn'rungen zieh'n
Durch meinen Sinn mit den holprigen Melodien.
Mir doch grad erst geschenkt, gestern kaum erst ein Jahr
Und heut' Spangen und Schleifen und Bänder im Haar.
Kleines Mädchen auf meinem Schoß
Schmieg dich an, wieg dich, ich lass' dich nicht los.

Die Hand, die da über die Tasten spaziert,
Erlaubt mir heut' noch, dass die meine sie führt.
Heute noch ist der Platz auf meinen Knien
Ein guter Hort, vor allem Kummer zu flieh'n.
Heute seh' ich dich noch fragend zu mir aufschau'n,
Doch voll Ungeduld schon und voller Selbstvertrau'n
Beginnst du dich Schritt für Schritt zu befrei'n,
Und den nächsten, den gehst du dann schon ganz allein.
Bald, kleines Mädchen auf meinem Schoß,
Bald, kleines Mädchen, so bald bist du groß.

Die Jahre vergeh'n, unsre Zeit fliegt dahin.
Wir dreh'n uns im Kreise, und das ist der Sinn:
Alles muss enden und Neues beginnt.
Du bist der Morgen und frei wie der Wind.
Kinder sind uns ja nur für kurze Zeit gelieh'n,
Und sie sind ja gekommen, um weiterzuzieh'n.
Doch sie gehen zu lassen, ist die schwerste Lektion.
Geduld, kleines Mädchen, ich lern' sie ja schon.
Kleines Mädchen auf meinem Schoß
Spring in den Reigen, ich lasse dich los.


Mittwoch, 5. November 2014

Peng!

Heute bin ich explodiert.

Und das kam so:

Die Große war heute nicht gut drauf. Das kommt vor, sie ist ja mitten in der 'Autonomiephase'. Was für ein blödes Wort. Sie trotzt und tobt und vor allem: sie heult. Immer. Wegen jedem und allem. Ein Wasserspritzer auf dem Pulli, der Reiskeks ist an der falschen Stelle auseinander gebrochen, das Baby hat ihre Jacke berührt - egal. Die Reaktion ist jedes mal ein völliger Zusammenbruch.

Das nervt zwar, v.a. die Tonlage (zwischen Schlosshund und Werwolf), aber was soll's.

Jedenfalls heute lief es nicht gut. Alles nein. 

Sie bestand nun heute Abend darauf, statt auf die Toilette auf's Tröpfchen zu gehen. Also stellte ich ihr das Tröpfchen hin und setzt mich wieder an den Tisch, denn wir waren beim Essen. Als ich nach ihr schaue, rührt meine 3 1/2jährige Tochter mit Händen und Füßen in einer Lache aus Pipi und dem Rest vom Durchfall, die sie um das Tröpfchen herum mitten im Badezimmer eigens für diesen Zweck generiert hatte.

Ich schlucke.

'Steh sofort auf und stell dich direkt in die Dusche.' (Der Ton ist noch beherrscht, aber militärisch.)

'Nein.'

'Ich will, dass du sofort aufstehst und dich in die Dusche stellst. Jetzt sofort.' 

'Nein. Blöde Mama. Lass mich in Ruhe.'

Nääääääääggggg. Falsche Antwort. Und definitiv falscher Zeitpunkt um einen Trotzanfall zu bekommen. Sie schreit. Ich schreie.

Kleinstkind kommt angelaufen und will direkt in den Krabbelmodus wechseln. Oh no!

Jeder, der das liest, darf sich gerne selber ausmalen, wie ich mit Baby auf dem Rücken und tobender Erstgeborener in der Dusche das Bad putze.

Falls einer fragt, wo meine persönliche Grenze liegt: genau hier. 

Zu gern hätte ich heute meine Tochter so richtig den Hintern versohlt. Zu gerne hätte ich sie eingesperrt bis sie erschöpft ausgetobt hätte, um sie allein ins Bett zu schicken. Zu gerne hätte ich einen Mann, der jeden Abend zu Hause ist. Zu gerne hätte ich heute keine Kinder gehabt.

Aber bis auf mein Schreien 'Du machst jetzt sofort was ich sage, sonst raucht's!' und mein Transfer der strampelnden Dame aus der Lache in die Dusche ist nichts passiert. 

Der Trotzanfall dauerte geschlagene 1 1/2 Stunden und selbst im Schlaf schniefte sie noch dieses hektische Schniefen, das man hat, wenn man heftig geheult hat. Das tat mir leid. 

Wir haben uns vor dem Einschlafen darauf geeinigt, dass ich nicht schreie und sie nicht ihre Fäkalien im Bad verteilt. Mal sehen, wer den Deal zu erst bricht…

Aber was das Schlimmste heute war? 
Ich stehe vor der Kaffeerösterei meines Vertrauens und lese auf einem bunten Schild 'Wir machen Ferien'. VERDAMMT. Mit der leeren Kaffeedose in der Hand trete ich den Rückweg an.

Nun sitze ich hier und tippe und aus dem Regal starrt mich die immer noch verschlossene Flasche dieses unbeschreiblich leckeren japanischen Pflaumenschnapses an. Den könnt ich jetzt echt vertragen. Aber in 30 Minuten schreit Nr.2 und will stillen. VERDAMMT!!!!!!!!!!!
Manche Tage wollen einfach nicht gelingen…
Gute Nacht.