Montag, 29. September 2014

Weil niemand sagt: 'Du schaffst das.'

Ich habe in den letzten Monaten immer wieder merkwürdige Dinge in Blogs gelesen. Es dauerte ein bisschen, bis ich ein wages Bild vom Großen Ganzen bekommen habe und sehr viel weiter bin ich in meinen Überlegungen bisher nicht gekommen. Darum verzeiht mir, wenn ich meine Gedanken so zum Besten gebe.

Ich möchte nämlich ein neues Label aufmachen und darin zum Thema schreiben - mehrere Posts mit je unterschiedlichen Aspekten.

Aber worum geht es? Nun, ich las von:
Mommy Wars
Attachment Parenting und Kindererziehung generell
BLW und windelfreie Aufzucht
selbstbestimmter Geburt
schlafen lernen
Stillen und Abstillen
Tragen und Nichttragen
Kita oder Mami - und grundsätzlich ein schlechtes Gewissen
Junge oder alte Mami
Mami vs. kinderlose Frauen

Viele Themen, die ganz dicht zusammen hängen. Eigentlich ging es bei diesen Posts immer um ein einziges Thema: Angst und Unsicherheit und Leistungsdruck von allen Seiten.

Die eigentlichen Fragen, die dahinter stehen sind:
Mache ich alles richtig?
Was ich richtig, was ist Falsch?
Bin ich eine gute Mutter? 
Wenn ich etwas falsch mache, hat mein Kind dann einen bleibenden Schaden?
Stimmt, was in den Ratgebern steht?
Welcher Ratgeber ist der Richtige?
Streng oder sanft?
Konsequent und wenn ja, wie sehr? (Sehr dumme Frage übrigens.)
Was ist das Beste für mein Kind?

Ein weites Feld, dass sich da auftut.
Nun bin ich kein Philosoph und auch kein Kinderpsychologe. Ich kenne keine Fachliteratur zum Thema. Ich wollte mir nur mal meine eigenen Gedanken machen und vielleicht bekomme ich ja auch von der geneigten Leserschaft weitere Denkanstöße.

Was mir als erstes dazu einfiel: Woher kommt diese Angst? Was ist da los? Und warum dieser Druck? Alles nur Gesellschaft? Alles nur schlecht? Kann ja nicht sein.

Mein zweiter Gedanke war: Warum hab ich keine Angst? Meine Kinder, deren Erziehung und mein Werdegang machen mir weit weniger Sorgen, als die Vorstellung, ob meine Kinder dereinst schlimme Dinge sehen und erleben werden. Warum ist das so?

Mein dritter Gedanke: Es muss mit meiner Geschichte zusammen hängen. Und damit meine ich nicht nur meine, sondern mit der Geschichte meiner gesamten Familie. Woher komme ich und was konnten meine Eltern und insbesondere die Frauen der vorherigen Generationen mir mitgeben? Wie hat mich meine Familie geprägt? Und wie habe ich mich selbst über die Jahre entwickelt, in denen ich nicht nur mit meiner Familie, sondern zunehmend mit der Gesellschaft konfrontiert wurde?

Kurz:
Woher komme ich und wohin gehe ich - in Bezug auf Familie. (Die anderen Facetten des Lebens möchte ich mal ausblenden. Das hier ist ja ein Mamablog.)

Es wird mehrerer Posts bedürfen, meine bisherigen Gedanken dazu verständlich darzulegen.

Einen Anfang möchte ich in der Gegenwart machen. Eine junge Frau, nach dem Studium, Ende 20, Anfang 30, verliebt. Wie geht es weiter?

Die Frage 'möchte ich Kinder?' steht ja quasi im Raum. Kann die Frau sie beantworten? Ein spontanes JA!, oder ein zögerliches 'ich hatte mir schon immer vorgestellt, dass…' 

Bei mir war es das spontane JA (zugegeben in einer ziemlich verfänglichen Situation) und ich hab es bis jetzt nicht bereut. Mein Umfeld (außer meiner Mutter) war damit ein wenig überfordert, denn die gehörten eher zur zögerlichen Sorte Menschen. 
Kollegen, Freunde, Bekannte fragten: Stimmt der Mann? Stimmt der Zeitpunkt (mitten im PhD)? Stimmen die Finanzen? Stimmt alles? 

Ich war etwas verdattert, denn ich hatte mich nichts von alle dem gefragt. Der Trüffel sagte: Kind? Ich sagte: ja. Fertig. 3 Wochen später war ich schwanger. Für mich war da alles klar. Da kamen gar keine Fragen auf. Passt doch bestens.

Jetzt mag man mich für sehr naiv halten oder sogar blöd, aber ich sehe bis heute keine Veranlassung mich zu fragen, ob das 'richtig' war, mitten im PhD ein Kind zu bekommen. Im Gegenteil, kaum war ich schwanger, war mir klar: ich will derer viele! Vier bis fünf sollten es schon werden. Warum? Keine Ahnung. Ist einfach so. Hinterfrag ich nicht, ob das richtig ist. Wozu auch?
(Ich hab übrigens auch nie hinterfragt, ob ich das richtige studiere, ob es richtig ist, einen PhD zu machen, ob es richtig ist zu heiraten etc… ich hab das entschieden und es fühlte sich immer gut an.)

Was mich allerdings an diesen Fragen meines Umfeldes enorm störte war, dass nicht mehr kam. Es kamen genau diese Fragen. Kaum einer gratulierte mir. Und niemand sagte: 'Das ist toll! PhD und Familie - das schaffst du!' Alle sahen von Anfang an nur Probleme, wo ich keine sah. Und jetzt muss ich mal alle enttäuschen, problematisch an meinem PhD waren zu genau 0% die Kinder, meine Ehe oder irgendwas Familiäres. Das lief immer super. Klar, ich wünsch mir schon mal so richtig auszuschlafen. Und nach einer ganz schlechten Nacht, muss ich mich mit viel Kaffee zusammen reißen, meine Arbeit zu schaffen und nicht jeden anzuschnauzen. Aber das ist nur eine Nebensächlichkeit, an die werd ich mich in ein paar Jahren noch nicht mal mehr richtig erinnern können. Gehört halt dazu, muss man durch. War ja als Kind auch nicht anders. Schule musste man auch durch, samt langweiligem Unterricht bei Freibadwetter. 

Aber ich denke, das ist ein wichtiger Punkt, dass niemand sagt: Das schaffst du! Trau dich! Probier's doch einfach!

Ich bin jetzt wirklich kein ausgesprochener Optimist, aber immer nur den Finger in die Wunde zu legen, immer nur die vielleicht auftretenden Probleme oder Fallen zu sehen, immer nur warnend den Zeigefinger zu heben - das versaut einem doch den Tag!

Wer immer nur versucht alle Probleme aus dem Weg zu räumen, alles perfekt vorzubereiten, alles 'richtig' zu machen, der ist doch kein bisschen besser dran. Statt das Leben zu genießen, ist man dann nur mit den Problemen beschäftigt, oder?
Nun, ich habe durchaus Phasen voller Zweifel. Ich kenne das. Aber mittlerweile bin ich da opportunistisch geworden und denke mir: Wenn alle anderen es schaffen Kinder zu bekommen und die groß zu ziehen, dann kann ich das doch wohl auch. Ganz blöd bin ich ja nun nicht.

Das fing in der Schule an. Abitur als Arbeiterkind? Wenn der Typ neben mir das kann, dann schaff ich das auch. Studium? Hey, wenn die Niete in der Reihe vor mir das kann, dann kann ich das schon zweimal. Kinder? Na bitte, wenn Milliarden Frauen vor mir unter viel widrigeren Umständen Kinder bekommen haben, dann schaff ich das mit Links.

Jaja, ich weiß, das Menschenbild, das hinter dieser Einstellung steht ist nicht gerade freundlich. Aber das Menschenbild, das hinter den Ich-will-alles-perfekt-machen-Menschen steht, ist auch nicht besser. Das ist kein Grund, andere abzuwerten. Ich weiß. Dennoch hilft es mir. wenn alle anderen das können, warum ich dann nicht auch? Wozu zweifeln? Macht doch keinen Sinn.

Und so sage ich mir eben selber: Das schaffst du. Stell dich halt nicht allzu blöd an, dann geht das. Und bisher hab ich damit gute Erfahrungen gemacht.

Wenn sich also einer fragt: Soll ich? Dann sag ich nur: Ja mach doch. Einfach mal machen und sehen was passiert.

Die Zeigerfinger werden jetzt in die Höhe schnellen und warnen: Aber mit Kindern, da hat man doch Verantwortung! Die kann man nicht zurück geben, wenn's nicht so gut klappt. Das muss man vorher bedenken. Ja stimmt schon, aber von Zurückgeben ist auch nicht die Rede. 
Aber ob eine Familie in einer festen Konstellation bleibt, oder sich verändert, ob Probleme auftauchen und die Finanzen stimmen, das ist nie sicher, das kann so vielfältige Wege gehen, dass ich bezweifle, dass etwas mehr Motivation und Leichtigkeit da schaden würden. So lange sich Eltern sagen: Wir schaffen das, so lange gibt es immer eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass alles gut kommt. 

Somit bleibt mir nur eines zu sagen: Wenn ihr alle es schafft mit Familie und glücklichen Momenten, dann schaff ich das auch!

Montag, 22. September 2014

Ist ja irre

Man kann mir wirklich nicht vorwerfen, dass ich meine Kinder nicht über Alles liebe. Doch warum soll es mir besser gehen als allen anderen?
Manchmal sitze ich da - vorwiegend bei der abendlichen Tischverwüstung namens Abendessen - und denke: ich bin umgeben von Irren!!!

Als ich dies einmal so äusserte, belehrte mich meine Tochter: 'Wir sind keine Irren, wir sind Kinder!' Da hat sie allerdings verdammt recht und dem ist nichts hinzuzufügen. 

Dennoch, ich frage mich, ob sich mit der linearen Zunahme der Kinder der Kinderquatsch logarhytmisch zunimmt? Hat da der liebe Gott vielleicht etwas mit der Skalierung durcheinander gebracht? 

Und woher weiß das Baby eigentlich, dass ich ihr auch die schlimmste Verwüstung nicht übel nehmen kann, wenn sie mich mit ihren riesigen blauen Babyaugen anlacht? 

Kinder - total irre!

PS: Es klebt Frühlingsquark an der Decke und bröckelt langsam runter. Hat irgendjemand eine qualifizierte Meinung dazu?

Eine tragende Rolle

Die gute Mutter von heute soll vor allem eines: Alles tun für's Kind!

Dazu gehört natürlich auch das Tragen. Tragen ist heute schon fast ein Muss. Es gibt unzählige Tagetücher, Tragehilfen und Meinungen, vorzugsweise propagiert von Trageberaterinnen. Es ist schon fast so schlimm, wie mit den Stillen. Ein Glaubenskrieg um die Babyfortbewegung. 


Mir missfällt das ungemein. Mich nervt sowas. So wie jedes Bio-Breichen selbst gekocht werden muss, damit das Verhältnis der Fettsäuren für's Kind perfekt ist, so muss auch getragen werden. Es hilft der Mutter-Kind-Bindung, die Körpernähe ist wichtig für Babys psychischer und emotionaler Entwicklung, das Tragen verhindert Hüftfehlstellungen und Rückenschmerzen im Erwachsenenalter… Ach, was für ein Segen! 


Wäre es nur nicht so wie bei allem, es gibt durchaus Nachteile und dogmatische Verfechter wie in so manchem Blogbeitrag ersichtlich ist.


Ich muss sagen, ich trage auch. Wir haben nämlich nur ein kleines Auto und dafür einen großen Kinderwagen. Das passt jetzt nicht so wirklich gut zusammen.

In Basel hatten wir Wohnung, Kita, Spielplätze, Arbeit - alles in einem Gebiet von 500m. Je nachdem was man mitschleppen wollte, hab ich eben Kinderwagen oder Trage genommen. Das war sehr bequem. 
Hier in HD sind wir oft mit ÖV oder Auto unterwegs. Da ist unser Kinderwagen eher vor der Haustüre eingestaubt. Denn ich gehöre nicht zu denen, die alle 2 Minuten den Kofferraum zuladen, wieder ausladen, wieder einladen… Und Kinderwagen im Bus finde ich durchaus eine Zumutung, es sei denn man ist mit mehreren kleinen Kindern unterwegs. 
Darum benutze ich bei Kind 2 ausschließlich die Trage. So kam es auch, dass Madame den Wagen überhaupt nur für 5 Minuten ohne Nölen erträgt - seit sie sitzen kann. Es lohnt einfach nicht, oder wenn, dann nur an wirklich langen Ausflügen, bei denen ich den Wagen als Lastesel missbrauche. Allein unsere Essenstasche wiegt immer schon einen Zentner. 

Da beide Kinder eigentlich bereits die Gewichtsklasse für's vorne am Bauch tragen hinter sich gelassen haben, benutze ich nun oft unseren Manduca. Den mag ich, weil er zu meinen anatomischen Gegebenheiten gut passt und auch der Trüffel ihn gern nimmt. Und ich kann problemlos Kind 1 oder Kind 2 damit auf meinen Rücken schnallen. Kind 2 mag das allerdings nur bedingt, weil sie dabei zu tief sitzt und dann auch bald nölt, weil sie nix sieht. 


Darum habe ich Kind 2 meist im Sling auf dem Rücken, weil ich sie da einfach sehr hoch binden kann.  Fängt sie allerdings an zu zappeln und möchte raus, muss ich sie tatsächlich raus nehmen, weil sie sich im Sling viel zu einfach selbst befreien kann. Sie im Tuch so hoch zu binden gelingt mir eher selten, weil sie da schon gar nicht rein will und rumzappelt…


So hab ich vor allem die Trage und den Sling im Gebrauch und würde diese auch gar nie wieder hergeben.

Den Manduca haben wir für recht viel Geld in wirklich schön gekauft und ich bin sehr glücklich damit. Das Ding ist unkaputtbar und für Mama und Papa eine einfache Lösung. Und zudem sehr bequem.
Sehr blöd finde ich allerdings, dass Manducas in vielen Babyläden verkauft werden, wo das Personal absolut nicht für Trageberatung geschult wird. Jedesmal, wenn ich so einen Laden betrete, wird irgendein 4wöchiges Baby mit gespreizten Beinen in so eine Trage verfrachtet und schreit dann wie am Spieß. Man kann einen Manduca problemlos auch für Neugeborene verwenden, aber da werden die Beinchen grundsätzlich vor dem Bauch überkreuzt, niemals gespreizt! Dafür ist der Manduca viel zu breit geschnitten. So habe ich schon unzählige NeoEltern 'beraten' und unzählige Verkäufer deutschlandweit alt aussehen lassen. Aber liebe Vertreter von Manduca: Es geht nicht, dass die Verkäufer im Laden den Kunden so einen Scheiß erzählen! Tut was dagegen!

Wir haben auch ein schönes elastisches Tuch von Mobi mit dem ich sehr zufrieden bin. Ich mag elastische Tücher zum Binden lieber als Leinentücher mit Kreuzwebung. Das Tuch eignet sich am besten für die ganz Kleinen, von Geburt bis zu 7kg. Blöd find ich nur das Binden, egal wie. Es ist mir zu blöd wenn man das Kind öfter aus dem Tuch raus und reinnehmen will. Dennoch kann ich unser elastisches Tuch nur empfehlen.


Meine große Liebe sind meine Ring-Slings. Ich kam darauf, als ich die Große auf der Hüfte tragen wollte. Beim Baby hab ich meine Ringslings dann ab Geburt am liebsten benutzt, weil sie so schön einfach und schnell anzulegen sind und immer passen und so unglaublich flexibel sind. 

Angefangen habe ich mit diesem BB-Sling von Babylonia. Der ist nicht nur wunderschön, sondern auch genial bequem, aus Baumwolle mit fester Webung und die Falten sind perfekt bequem genäht. Falls einer fragt, DAS ist der perfekte Ringsling. Umso mehr hab ich geweint, als ich ihn verloren hab. 
Jedenfalls ist dieser Sling auch super ab Geburt, weil man die einzelnen Falten wirklich super nachziehen kann. Der Stoff ist fantastisch.

Etwas spezieller und teuerer ist mein 2. Ringsling von TragMich. Der Sling hat verstärkte und wattierte Seiten unten und oben und an den Ringen so zusammen genäht, dass der Sling gleich wie ein Beutel in der Form bleibt. Dadurch lässt sich das Kind sehr einfach und immer perfekt hineinsetzen. Neugeborene haben eine weiche Kopfstütze und an den Beinchen kann die wattierte Borde nicht einschneiden. In diesen Sling kann man die Kinder auch vorwärts gerichtet (im Buddasitz) hinein setzen, wenn sie z.B. schon auf Mamas Schoß sitzen können. Das mögen die Kinder sehr.
Ich liebe diesen Sling. Der Service ist sehr gut und die Designs sind wirklich schön.
Vor allem kann man in diesen Slings super Stillen, da man die Borde weit hoch ziehen kann und der Babykopf dann nicht rumschaukeln kann. So hat man selbst beim Stillen die Hände frei.
Für Ringsling-Anfänger ideal. Für große Kinder eher nicht mehr so sinnvoll, weil der Sling sich in Größe und Länge nach den Maßen der Mutter richtet und bei meinem Kindergartenkind inzwischen nicht mehr genug Platz im Tuch ist…

Die perfekte Alternative: Ein RingSling von littleBunga. Ich hab mir nach langem Suchen einen dieser Wendeslings zugelegt. Sie sind schön, der Stoff ist super, die Verarbeitung perfekt, die Idee mit dem Wendestoff wirklich originell und der Preis ist unschlagbar. Die Kinder sitzen überraschend fest in diesem Baumwollsling. Der für mich entscheidende Vorteil ist der fest vernähnte Teil an den Ringen. So liegen die vernähten Falten als kompakter Stoffstreifen direkt vor/auf der Schulter auf. Das ist sehr bequem. Das Gewicht wird gut verteilt, die Falten lassen sich einzeln nachziehen und bei Bedarf kann der Stoff dennoch über die Schulter gefächert werden.

Um ehrlich zu sein, ich finde die Slings von Girasol, Hoppediz, Didymos oder Amazonas eine Zumutung. Die meisten sind nicht schön und viel zu teuer dafür, dass sie so lieblos zusammengenäht sind. Der Stoff fühlt sich nicht besonders gut an und am schlimmsten: Die Falten sind nicht fest vorgenäht. Dadurch hat der gesamte Sling viel zu wenig Halt über der Schulter und nur ein kleiner Teil des Stoffes wird straff gespannt. So passiert es leicht, dass das Baby nicht ideal sitzt, oder die äußerste Stelle der Schulter am stärksten belastet wird. Auch einen Sling kann man so nähen, dass das Gesamtgewicht des Kindes über die ganze Schulter verteilt wird. Ein Kardinalsfehler bei dieser Art Tragehilfe, wie ich finde. 

Generell finde ich es sehr schade, dass Ringslings nicht so solcher Propaganda unterliegen, wie die nervigen Fummeltücher. Ich hab selten so was einfaches und feines für Eltern und Kind gesehen. Klar, auf der Hüfte kann man die Kinder keine Stunden lang tragen, aber ein Baby generell vorne im Sling, oder dann die Größeren auf dem Rücken, super bequem und ganz einfach, ohne langes Binden… 

Ach und zur Tragepropaganda allgemein: Ich kenne tatsächlich Kinder, die Tragetücher seit Geburt vehement komplett ablehnen. Auch das Tragen und die dazugehörige Trage ist eben bei jedem Mutter/Kind-Paar individuell und das sollte auch respektiert werden.

Und noch etwas: Bei Fragen und Nebenwirkungen wenden Sie sich an Ihre Trageberaterin oder leihen Sie einfach mal eine Trage zum Ausprobieren bei einer befreundeten Mutti aus. 
Trageberatung ist nicht teuer und wird manchmal sogar von der Kasse bezahlt. Gehen Sie bitte NICHT in einen Laden und lassen Sie sich da etwas andrehen von einem Verkäufer, der keine Ahnung hat!

Ich hab noch eine Anführung zu machen: Waterslings. Wir sind ja viel im Schwimmbad und da ist so ein Watersling Gold wert. Unserer ist von MaM, aber ich bin nicht recht zufrieden damit. Die Größe M fiel sehr klein aus für mich. Besseres habe ich hier gefunden: kramlich-ringsling.de. Die Preise sind gut und die Slings auch!

Donnerstag, 18. September 2014

And the Oscar goes to...

Es gibt ja Lieblinge und Lieblinge. Manche mag man aus guten Gründen eben noch viel mehr als andere. Heute verleihe ich also einen Oscar.

Mein Oscar für eine der besten Erfindungen für Eltern und Kind (neben Flasche und Tragetuch) geht an Marit. Marit hat eine Erfindung gemacht, die so logisch wie einfach ist: wunderschöne Schlafsäcke mit Beinen für jede Jahreszeit. 
Man sollte meinen, dass das jetzt nix Spezielles ist - aber weit gefehlt! Ernsthaft. Dieses Rad hat man erst im 21. Jahrhundert erfinden müssen, weil's das so vorher nie gab!

Ihre Schlafsäcke sind genial, da der Schnitt einfach unglaublich gut ist. Wird das Kind viel im Tuch getragen, oder hat es besonders lange Beine etc., wird der Schnitt angepasst, damit immer alles 100%ig passt.
Grundlage ist Fleece in allen Farben. Entweder mit Jersey-Futter, Fleece-Futter oder Teddy-Plüsch - je nach Jahreszeit. 

Der Knaller ist aber das Design. Wir haben auch im Baby-Fachhandel Schlafsäcke gekauft zu Beginn. So wie andere auch. Die guten von Alvi. Für Neugeborene sind die auch nicht schlecht, zumal sie ja jeweils 2 Schlafanzüge im Set haben. Nur schön sind die nicht wirklich. Überhaupt habe ich selten schöne Schlafsäcke gesehen. Und teuer sind die durchaus auch! Und die Schlafanzüge zum Binden hatten bei uns innerhalb kurzer Zeit nurmehr abgerissene Bändel. Das hat mich schon sehr geärgert.

Die Schlafsäcke von Marit aus ihrem Shop strick-huhn design jedoch sind unglaublich ober-extra-super-toll-schön! Diese Frau ist ein sprudelnder Brunnen an Kreativität und Fantasie in Bezug auf Kinderkleidung! Und nähen kann die - einwandfrei!

Marits Schlafsäcke bekommen von mir also den Titel 'perfektes Kinderkleidungsstück' verliehen, denn sie sind in jeder Hinsicht kindgerecht. Und wie immer bei auf Bestellung genähten Stücken kann man Teil nehmen an der Ausgestaltung des Schlafsackes. Farbe, Motiv, Maße - Marit näht einem immer mit Liebe genau das, was man will und braucht. Den perfekten unkaputtbaren (in Langzeitstudie von uns getestet) Schlafsack.
Hatte ich schon erwähnt, dass Marit total nett ist?

Nun, da ich so überschwänglich geschwärmt habe, will ich auch noch erklären, wie ich zu diesen Schlafsäcken kam.

Wie gesagt, wir hatten bei der Großen einfach auch einen normalen Schlafsack von Alvi. An sich war das ok. Aber wir waren zum Einen oft unterwegs und zum Anderen wachte die Maus manchmal nachts auf und wollte herumgetragen werden. Und da begann ich mich furchtbar über diese blöden Schlafsäcke zu ärgern.

Säcke haben es ja so ansich, dass sie meist sackförmig sind. Man kann ein Kind im Schlafsack nicht ins Tragetuch nehmen, geschweige denn es im MaxiCosi festschnallen.

Die normalen Schlafsäcke kann Baby ausschließlich im Bett liegend anhaben. 

Wir jedoch sind eben oft unterwegs, auch abends und nehmen dann einfach alles mit um die Kinder für die Nacht fertig zu machen. Nach dem Schwimmen bekommen beide direkt den Schlafanzug angezogen, Zähne geputzt und ab ins Auto zum Einschlummern… und dann? Mit Jacke und Schuhen ins Bett? Super Idee. Jacke, oder gar irgendein Drüberanzug bei Babys garantiert, dass das Kind aufwacht, wenn ich es zuhause im Bett aus der Kleidung schäle und in den Schlafsack transferiere. Ich kann dem Kind auch keinen Schlafsack anziehen, wenn ich es noch ins Tuch nehme, weil wir zum Auto gehen müssen, oder vom Auto in die Wohnung, oder weil Baby aufgewacht ist und noch herumgetragen werden will. Bei den Alvi-Dingern kann ich da noch nicht mal den Schlafanzusack anlassen! Echt jetzt. Saublöd!

Und dann fing doch das Kind tatsächlich auch noch an zu krabbeln und fiel immer auf die Nase, weil man ja in den Säcken irgendwie nicht so optimal krabbeln oder gar laufen kann. 

Und wieder dachte ich mir: DA MUSS ES DOCH WAS BESSERES GEBEN!

Ja und ich fand nix - jedenfalls in den üblichen verdächtigen Internetshops. 

Aber bei Marit, da wurde ich fündig. Und war fortan verliebt.
Hier mal ein paar der Exemplare, die ich bisher erstanden habe:



Mittlerweile verschenke ich diese kleinen Kunstwerke, da man die Dinger ja doch nur in begrenzter Stückzahl für den Eigengebrauch anschaffen kann. Man muss auch nicht jede Größe kaufen. Wir haben jeweils immer jede 2. und wir heben uns auch große Schlafsäcke (Gr.116) nähen lassen. Denn die Große (momentan 105cm) wird immernoch abends darin eigepackt, kann dann noch rumlaufen und sich einfach ins Bett legen. Meine Kinder schlafen nämlich immernoch so unruhig, dass sie sich nachts im Bett wälzen und immer aufgedeckt wären mit einer herkömmlichen Decke. Da wir im Schlafzimmer ca. 17°C haben und es im Morgengrauen doch sehr kühl werden kann bei offenen Fenstern im Winter, muss ich mir darüber keine Sorgen machen. Enden wird unsere Schlafsackzeit erst, wenn die Dame nachts keine Windel mehr trägt.

Das Baby verpacke ich zudem sehr gerne in den Schlafsack, da ich sie so ja überall mit hin nehmen kann. Das Kind ist noch mitten im Mittagsschlaf? Kein Problem, einfach rein ins Tuch oder ins Auto, so wie sie ist. Selbst bei kühler Witterung im Herbst kann man sie so in den Wagen setzen. Ist geschickter als jede Decke.

Wenn Ihr also etwas Besonderes für einen Kleinen Menschen sucht, so ein Schlafsack wäre doch mal eine Alternative, oder?