Dienstag, 14. Januar 2014

Raststättenromantik

Ein wunderschönes neues Jahr wünsche ich allen!

Die Ferien sind ja nun um. Schön war es und wie immer viel zu kurz. 
Wir waren auch einige Tage bei den Schwiegereltern. Ein Erlebnis für sich, aber darum soll es ja nicht gehen. 

Vielmehr schreibe ich über die Fahrt. Der Trüffel kommt ja von weit weit weg jenseits des Äquators…
Naja, nicht ganz. Eigentlich kommt er aus Dortmund. Aber für eine urschwäbische Landpomeranze wie mich, ist Heidelberg ja durchaus der nördlichste Punkt Deutschlands, an dem ich noch zu wohnen bereit war… Ruhrpott ist da jenseits von Gut und Böse. Das ist nicht persönlich, aber ich versteh mich ja weniger als Deutsche, vielmehr als Schwäbin - samt Dialekt (zum Ärger und Unverständnis des Trüffels).
Jedenfalls fuhren wir in den hohen Norden und da traf es mich: die Erkenntnis, dass ich die Entwicklung meines Kindes an einer Raststätte festmachen kann. Sowohl bei der Hin-, wie auch bei der Rückfahrt halten wir immer an der selben Raststätte - da sie genau auf halber Strecke liegt.

Wie das so ist, gibt es dort auch Kinderecken, in der Mitte des Gastraumes eine Art Ritterburg, mit Thron, Balkon, Bauklötzen etc. 
Nun kann ich also die Entwicklung des Ferklechens in der Ritterburg nachvollziehen. Ich sehe sie mit wenigen Monaten auf dem Thron, mit einem Jahr, mit zwei Jahren… Bilder, die aneinander gereiht, einen kleinen Film ergeben. Und heuer mit einer weiteren Prinzessin auf dem Thron, während die Große auf dem Märchenbalkon steht. Da werde ich nostalgisch.

Genau wie im Wickelraum, weil jedes Jahr aufs Neue nach der Fahrt durchs Sauerland ein Kind bis zum Halse im überlaufenden Windelinhalt sitzt und in eben diesen Wickelraum einer Grundreinigung unterzogen wird. Und jedesmal würde ich um ein Haar dort ein Kuscheltier vergessen.

Manchmal ist echt verrückt, wie das Leben so spielt. Mit so vielem rechnet man gar nicht. Und doch scheint diese Raststätte ein fester Bestandteil unserer Familiengeschichte zu werden. Ein ganz unvermutetes Kleinod, ein Fotoalbum nur für mich, eine Art roter Faden, der mir zeigt, wie schnell die Zeit vergeht. Und der mir Vorfreude bereitet, denn ich werde zwei, dann hoffentlich drei Kinder auf diesem kleinen Raststätten-Ritterburg-Thron sitzen sehen und das wird mich glücklich machen. Auch an so einem Kurzverweil-Ort wie einer Autobahnraststätte. 

Ein gutes Weihnachtsferienritual.