Mittwoch, 26. Juni 2013

Warum ich Kinder kriege

Das hat man mich mal wieder gefragt. 
Es gibt ja verschiede Intensionen eine solche Frage zu stellen. Die Neutrale - einfach aus Interesse, die Hinterfotzige - warum bekommst du bitteschön Kinder, wenn du eh nur den ganzen Tag arbeitest und die armen Kinderchen immer fremdbetreut sind und die Frontale - vom Chef nach dem Motto, warum bekommst du Kinder, wenn du sagst, du möchtest hier arbeiten?

Letzteres war mal wieder der Fall. Mein Prüfer findet das mit dem Kinderkriegen, wenn man Wissenschaftler werden will, eine schlechte Idee. Klar, er ist ja auch ein alter Mann, Ehe-Hausfrau hat 2 Kinder groß gezogen... Er hatte damals als die Kinder kamen eine 80 Stunden Woche und nun sind sie groß und er zieht nach England. Ohne Frau und ohne Kinder. Er hat dort eine weitere spannende Aufgabe zu erledigen. 
Schon klar.

Da ich auf derartige Voreingenommenheit verzichten kann, bin ich nun spontan auf der Suche nach einem neuen Prüfer. Recht kurzfristig...

Aber die Frage bleibt, denn ich wurde schon öfter zu einer Antwort genötigt. 

Es ist heute ja geradezu moralisch verwerflich ein Kind zu bekommen um Nachkommen zu haben, denen man etwas vererben kann. Um Absicherung und Pflege im Alter zu haben. Weil's einfach passiert. Um seine Weltsicht und Werte weiterzugeben...
Ein Kind bekommt man NUR um es um seiner selbst willen zu lieben! Noch Fragen?

Ich glaube, global gesehen bekommen die wenigsten Menschen Kinder um ihrer selbst willen. Die meisten haben Kinder, weil sie Sex haben und dann schwanger werden, weil das ab einem gewissen Alter eben so ist. Weil der Mensch, wie alle Tiere eben einen inneren Drang hat sich fortzupflanzen. Ein bisschen platt: die Hormone eben...

Ich finde das nicht verwerflich. Eigentlich stört mich eher der Druck, den eine vermeintlich aufgeklärte westliche Gesellschaft da aufbaut und unter dem junge Menschen entweder brechen oder sich grundsätzlich verweigern.

Ein wunderbares Beispiel sind die Königsfamilien in Europa. Klar, die gründen alle Familie, weil sie so ein familienfreundliches Lebensmodell verkörpern... Nein, mit dynastischen Zwängen hatte das noch nie was zu tun. Wer braucht schon einen Erben? Aber Hauptsache das Babykriegen wird medial zu 150% ausgeschlachtet. Jeder schaut auf Kates Bauch, aber aus der Geschichte des Vaters hat man nix gelernt.

Meine Mutter zumindest hat mich bekommen, weil sie schwanger wurde und mich nicht abgetrieben hat. Nach Adam Riese hat das irgendwas diffuses mit einer großen Party zu ihrem 18. Geburtstag und dem Besuch des Freundes zu tun. Nach 5 Monaten waren die beiden verheiratet - unter dem Brautkleid waren bereits Rundungen zu erkennen. Genaueres wurde nie bekannt gemacht. 
Hat aber auch funktioniert!

Eine schöne Antwort bekam ich von einem damals 50jährigen Prof., den ich sehr schätze. Er meinte: Wir haben dann geheiratet. Das machte man so. Und dann wollte meine Frau Kinder und die hab ich ihr gemacht. Das war ganz normal. 
Ja war es. Die Frau ist übrigens auch Professorin. Warum auch nicht?

Kinder kriegen scheint v.a. bei der indigenen gebildeten Bevölkerung nichts normales mehr zu sein. Nur bei Migrantenfamilien. Da heiratet man früh und bekommt Kinder. Dort wächst man auch mit Geschwistern auf und wird Onkel oder Tante. Ich finde diese Vorstellung schön. Traditionelle Rollenmuster allerdings weniger. Aber die sind ja nicht in Stein gemeißelt.
Aber ich war auch 20 Jahre der einzige Nachkomme der gesamten Familie. Familienfeste waren bei uns eher Kaffeekränzchen. 

Warum also bekomme ich Kinder? 
Nun, eigentlich wollte ich viele Jahre lang gar keine. Meine Kerle und meine Beziehung zu ihnen wäre nicht dazu geeignet gewesen.
Dann kam dieser Typ, er sagte, er wolle unbedingt Kinder - viele - und sofort. Ich sagte ja. Zack. Bumm. Schwanger. Und noch lang nicht fertig mit der Familienplanung. Wir planen ca. 4. Mal sehen, wie viele es am Ende tatsächlich werden. 
Und nein, ich plane nicht, mit der Arbeit aufzuhören. Der Trüffel auch nicht. Einfach so. 
Ich bekomme also Kinder, weil ich will und es offensichtlich auch kann (das ist gar kein so unwesentlicher Punkt). Mir reicht das, um meine Kinder zu lieben und ein glückliches Leben zu führen. Dem Trüffel offensichtlich auch.
Und nein, ich hab meine Kinder nicht vorher gefragt, ob sie denn bei solchen Eltern zur Welt kommen wollen. Ich bekomm sie einfach. Und sie bekommen von mir alles, was ich ihnen geben will und kann. 

Mittwoch, 19. Juni 2013

Digital Native

Youtube hat ja zwei Seiten. Meist eher eine bescheuerte. Ich persönlich schau mir da wenig Videos an.

Aber manchmal gibt es auch Videos, die mich regelrecht begeistern. Eines davon ist ein Beitrag der re:publica. link

Themen, die sehr kontrovers diskutiert werden, locken ja selbst Krethi und Plethi hinterm Ofen vor. Dazu gehört auch der Umgang von Kindern - auch schon kleinen Kindern - mit 'den neuen Medien'. Dabei sind die jetzt auch nicht soooo brandneu. Vor allem für die im 21.Jhd. geborenen.

Einen anderen Blogeintrag dazu gibt es hier link

Komischerweise scheinen die meisten Kommentatoren zwar selber jeden Tag vorm PC zu sitzen, das aber ihren Kids zu verwehren. 

Kinder haben keine Impulskontrolle. Ob 2- oder 10jährig, wenn sie das Tablett weglegen sollen, schreien beide heftig nein. Also muss man mit ihnen üben, nicht 10 Stunden vorm PC zu hängen. 

Erwachsene haben diese Kontrolle aber auch nicht in sehr vielen Fällen. Erwachsene handeln auch nur selten vernünftig. Sie essen Chips, trinken zu viel Bier oder Wein, geben ihr Geld für die 1000endste Tasche oder das Gadget aus, fahren zu schnell oder überholen in riskanten Manövern. Sie kaufen große Autos, die sie nicht beherrschen, nehmen Kredite auf, die sie nicht zurück zahlen können, vögeln was nicht bei drei auf den Bäumen ist... Beispiele gibt es soooo viele. 

Ich finde, Kindern kann man fehlende Impulskontrolle nicht vorwerfen. 

Meine Töchter leben in einer Welt, in der Smartphones und PCs zum alltäglichen Leben gehören. So sollen sie auch den natürlichen Umgang damit pflegen. Sie sollen lernen, wie man die Sachen benutzt. Und sie sollen selbst erfahren, dass man damit seine Zeit vergeuden kann. Das gehört dazu. 
Schokolade schmeckt auch gut, trotzdem dient sie nicht zur ausschliesslichen Ernährung. So ist das mit so vielem im Leben. 

Aber so lange man sich mal ein Glas Wein gönnen kann, ein Eis oder ein paar neue Schuhe, solange können sich Kids auch mal ein paar Minuten gamen gönnen. So viel zu meiner Meinung. 

Zum Leben gehört so vieles, auch Technik, aber auch Planschen im Freibad. Meine Kinder sollen gern die ganze Palette und das pralle Leben ausprobieren dürfen.

Samstag, 15. Juni 2013

Die guten Geister

...die haben mich vielleicht verlassen. Jedenfalls fühl ich mich so.

Ich möcht das jetzt einfach mal so sagen: Schei*** ist das anstrengend!

Der Umzug ist geschafft. Jedenfalls der des Trüffels. Ich sitze jetzt in der leeren Wohnung. Und mit leer meine ich: leer.
Da ist noch das Bett, die Kindergarderobe, ein Billy-Regal mit Kleidern des Ferkelchens und meiner etwas klein geratenden Schwangerschaftskleidersammlung. Außerdem ein kleines Sofa und ein Ikea-Beistelltischchen. Ein Ikea-Stuhl, einige Ferkelspielsachen und 2 volle Wächschekörbe mit Dreckwäsche des Trüffels. Ach und natürlich steht hier auch noch die Mülleimerbox. Die wirkt richtig dekorativ so als fesches Einzelstück...
Im Einbauschrank sind auch noch ein paar Putzsachen übrig und ein Minivorrat an Seife etc. 
Eine durchaus traurige Angelegenheit. So ungefähr hausen Asylanten, stell ich mir vor. 3 Teller, 3 Gabeln etc. und eine Zahnbürste. Wir haben komischerweise selbst im Kurzurlaub mehr Zeugs dabei gehabt. Vor der Tür steht auch noch das Wutsch. Naja. 

Mit dem Ferkelchen allein zu sein ist auch irgendwie gar nicht das Problem. Nur, dass ich abends eigentlich noch 2 Stunden mindestens arbeite und morgens vor 7 der Wecker klingelt. 
Ich bin müde. Und das Ferkelchen immer ausgeschlafen, oder wenn sie müde ist, dann total knatschig. Ganz toll. 
Wobei wir eigentlich eine recht gute Zeit miteinander haben. 
Nur einmal am Tag ist eben Drama(-)Baby!

Blöd ist auch, dass ich seit 4 Wochen unangenehm heftige Übungswehen hab und das Babyferkel dann jedes mal im Bauch Amok läuft. Kann ich auch verstehen. Ist für sie sicherlich auch nicht so schön, wenn man da ständig mit drangsaliert wird. In dem Moment würd ich mich immer gern hinsetzen und kurz entspannen. Das funktioniert ca. in 50% der Fälle. In den anderen 50% bin ich grad irgendwo am rumrennen oder das Ferkelchen tragen oder sowas. 

Jedenfalls hab ich in den letzten Tagen gehörigen Respekt bekommen vor all den Frauen, die das irgendwie hinkriegen müssen und das bestimmt auch gut machen. Es ist der Hammer und noch viel schlimmer wäre es, wenn ich nicht die Perspektive hätte, dass diese ganze Situation nur bis zur Geburt dauert. Wenn ich wüsste, dass das jetzt mein Leben ist und ich da nicht so schnell raus komm - ich würd depressiv werden. Ernsthaft. 
Ich dachte eigentlich, ich sei schon ein recht robuster energiegeladener Typ. Aber alleinerziehend, kaum Geld, in so einer Behausung, mit so einer langen Liste an unbedingt-gestern-erledigt-haben-müssen-Dingen - das will ich wirklich gar nie niemals wieder so haben. Und schon gar nicht schwanger bei 30°C. Bäh.

Sollte ich jemals wieder Kapazitäten frei haben, würde ich sie wahrscheinlich dafür einsetzen, Menschen in eben solchen Situationen zu unterstützen. Wie, weiß ich jetzt spontan auch nicht. Das hängt ja auch nicht von den Bedürfnissen des Helfenden ab, sondern von denen, die sich über Unterstützung freuen würden.

Heute zumindest hab ich mich doch zeitweilig von allen guten Geistern verlassen gefühlt. Mal sehen, was der Tag morgen so bringt. 

Dienstag, 11. Juni 2013

Wir jetzt auch

Wir werden jetzt auch 2. Ich meine 2 Jahre alt. 
Das Ferkelchen hüpft seit gestern durch die Lande und singt unablässig 'Happatata tutu'. Na, wer errät's als erster? 
Jedenfalls ist sie fast ausgeflippt, als sie beim Kuchen backen helfen durfte und da war ihr sofort klar, was das heisst...

Und jetzt packt mich auch schon der Mütterwahnsinn und ich werde rührselig, wenn ich an den Geburtstag zurück denke...
Ich hab bis um 18 Uhr gearbeitet. Nur Senkwehen, aber als meine Chefin ging - es war ein Freitag - sagte ich, dass die Kleine samstags zu Welt käme und ich eben deshalb ab Montag nimmer da sei. Sie wollte mir nicht glauben. 
Aber auf mich hört ja keiner...

Jedenfalls sind wir abends zum Mexikaner und danach noch ins Kino. Zum Glück, es sollte nämlich eine Weile dauern bis wir wieder ins Kino kamen.

Dann fuhren wir nach Hause, so gegen elf. Mit dem Fahrrad. Durch die ganze Stadt. Und der Trüffel lachte mich den ganzen Weg lang aus. Ich war auf dem Rad langsamer als eine Schnecke. Als es den Berg hoch ging, wäre ich fast umgekippt, weil ich so langsam war. Er hat ja so gelacht!

Zu Hause dann nur schnell unter die Dusche und ins Bett. Vorher meinte ich nur, wir sollten vielleicht ein Handtuch unter das Laken legen. Man weiß ja nicht, was so passiert. Um fünf vor zwölf legte ich mich also hin. Um drei vor zwölf machte es 'plopp', dann lief mir die Soße zwischen den Beinen runter. Also wieder aufstehen. Der Trüffel holte das Auto (dabei wäre die Frauenklinik nur 5 Minuten mit dem Fahrrad weg gewesen).
Im Flur der Geburtsstation dann die erste Wehe. Da waren wir schon bei 4 cm. 

Der Rest ist eher verschwommen und auch nicht wirklich lustig. 
Jedenfalls wurde das Ferkelchen an diesem Samstag geboren. Und jetzt ist sie mein großes Mädchen und bald große Schwester und so vorlaut und altklug, wie ihre Mutter. 

Das ging schnell. Tja.

Man hört ja eigentlich meistens nur Gejammer. Babys bedeuten: volle Windeln, Schlafmangel, vollgekotze Kleider, Schlafmangel, Karriereknick und was sonst noch alles. 
Aber an alle, die noch unentschlossen sind: Nicht nur das Lächeln, all die Bilderbuchmomente entschädigen für den Stress. Das geilste ist das Dekorieren des Geburtstagskuchen mit Kerzen und Zuckergusskäferchen und Smarties und bunten Schokokügelchen und Marzipanblumen! Das ist super! Und erst der Blick des Ferkelchens am nächsten Morgen, als sie den Kuchen erblickte! 
Tja, es gibt eben Momente im Leben einer Mama, die sind perfekt!

Alles gute zum Geburtstag mein liebstes Ferkelchen!!!